# OKR in der Praxis: Arndt Schmidtmayer erklärt es

*https://www.hrm.de/okr-in-der-praxis-arndt-schmidtmayer-erklaert/ — 2025-07-09*

**OKR ist tot – es lebe OKR?** In vielen Unternehmen sorgt das einst gehypte Zielsystem aktuell eher für Stirnrunzeln als Begeisterung. Doch liegt das wirklich am Framework? In der neuen HRM Hacks Podcast-Folge liefert **Arndt Schmidtmayer**, HR-Executive, Unternehmer und OKR-Experte mit über 500 durchgeführten OKR-Zyklen, eine klare Antwort: **„OKR funktioniert – wenn man es richtig macht.“**

Im Gespräch mit Gastgeber **[Alexander R. Petsch](https://www.hrm.de/mitglieder/apetsch/)** zeigt er auf, warum OKR kein Tool ist, sondern eine **neue Haltung für Führung, Teamarbeit und strategische Zielerreichung**. Und er verrät, wie HR dieses Prinzip nutzen kann, um echte Veränderung, Resilienz und Wirksamkeit zu verankern – statt sich in Buzzwords und Kampagnen zu verlieren.

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## Was ist OKR überhaupt?

**OKR** steht für **Objectives and Key Results** – also für ambitionierte Ziele und konkrete Schlüsselergebnisse. Ursprünglich bei **Intel** entwickelt und später von Unternehmen wie[**Googl**](https://rework.withgoogle.com/guides/set-goals-with-okrs/steps/introduction/)**[e](https://rework.withgoogle.com/guides/set-goals-with-okrs/steps/introduction/)** und **LinkedIn** übernommen, verfolgt das Framework ein einfaches Prinzip:

- **Objective (O):** Was will ich in den nächsten 3 Monaten erreichen?
- **Key Results (KR):** Woran messe ich, dass ich es geschafft habe?

Im Gegensatz zu klassischen **Jahreszielsystemen** oder reinen **KPI-Messungen** zielt OKR darauf ab, **Fokus, Transparenz und agiles Arbeiten** zu verbinden. Es geht nicht um operative Tätigkeiten – sondern um Resultate mit echtem Impact.

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## OKR ist kein Excel-Sheet – sondern ein Kulturthema

Laut [Schmidtmayer](https://de.linkedin.com/in/arndtschmidtmayer)scheitern viele Unternehmen nicht an der OKR-Logik, sondern an der Umsetzung. „Wer OKR nur als Tool sieht, hat schon verloren“, so seine klare Aussage. OKR funktioniert nur dann, wenn es Teil der Unternehmenskultur wird – also:

- wenn **Teams eingebunden** statt nur informiert werden
- wenn **Fehler erlaubt** und als Lernchancen verstanden werden
- wenn **Ziele nicht einfach vorgegeben**, sondern gemeinsam entwickelt werden

OKR ist also **kein neues Reporting-Instrument** – sondern ein System, das Kommunikation, Strategie und Eigenverantwortung verbindet.

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## Warum HR gerade jetzt OKR braucht

Im HR-Bereich laufen viele Initiativen gleichzeitig: Recruiting, Retention, Digitalisierung, New Work, Gesundheit, Weiterbildung, Employer Branding… Oft fehlt die gemeinsame Richtung.

Arndt Schmidtmayer plädiert: „Gerade HR braucht OKR, um Prioritäten zu setzen, Erfolge messbar zu machen – und den strategischen Beitrag zu verdeutlichen.“ Teams sollen lernen, nicht alles gleichzeitig, sondern **die drei wichtigsten Hebel** pro Quartal anzugehen – mit voller Klarheit und Teamverantwortung.

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## OKR-Hacks aus der Praxis – so funktioniert’s wirklich

Schmidtmayer teilt im Podcast konkrete Erfahrungswerte aus über 500 Team-Quartalen. Hier seine wichtigsten Empfehlungen für die erfolgreiche Einführung und nachhaltige Nutzung von OKRs:

### 1. **Quartalsrhythmus etablieren**

Ziele werden nicht jährlich, sondern alle **drei Monate** definiert und überprüft – das erhöht Agilität und Lernfähigkeit.

### 2. **Top-down & Bottom-up kombinieren**

Die Unternehmensvision gibt die Richtung (Nordstern), Teams definieren eigene Beiträge dazu – das fördert Beteiligung und Identifikation.

### 3. **OKR Master & Champions ernennen**

Sowohl auf Leitungsebene als auch im Team braucht es **Verantwortliche**, die als Ansprechpartner, Moderatoren und Sparringspartner fungieren.

### 4. **Weekly Check-ins statt Projektleichen**

Alle 1–2 Wochen gibt es kurze Updates: Wo stehen wir? Was blockiert uns? Was ist unser Fokus?

### 5. **Visualisierung simpel halten**

Zu Beginn reichen **Whiteboard, Excel oder**[**Miro**](https://miro.com/de/)– neue Tools sind optional, nicht notwendig.

### 6. **Review + Retrospektive fest verankern**

Am Quartalsende wird nicht nur der Zielerreichungsgrad besprochen (Review), sondern auch der Prozess reflektiert (Retrospektive).

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## Shu-Ha-Ri: OKR wie ein neues Handwerk lernen

Ein besonders eingängiger Vergleich, den [Schmidtmayer](https://www.hrm.de/mitglieder/arndt-schmidtmayer/) nutzt, stammt aus der japanischen Kampfkunst – das **Shu-Ha-Ri-Prinzip**:

- **Shu:** Folge dem Rezept – arbeite strikt nach der Methode
- **Ha:** Passe sie leicht an – wenn du sie verstanden hast
- **Ri:** Kreiere frei – wenn du sie gemeistert hast

Das bedeutet für OKR: Am Anfang bitte **nicht gleich alles „anpassen“ oder weglassen**. Viele Unternehmen scheitern, weil sie sofort improvisieren – statt erstmal die Methodik zu verinnerlichen. Erst nach mehreren Zyklen kann und sollte OKR individualisiert werden.

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## OKR ist auch Persönlichkeitsentwicklung

Ein weiterer spannender Hack: Arndt startet viele OKR-Trainings mit **privaten OKRs**. Beispiele:

- „Ich möchte in den nächsten 3 Monaten 5 kg abnehmen.“
- „Ich will meine Golfausrüstung verbessern und 3 Trainerstunden nehmen.“
- „Ich möchte den Umzug meiner Tochter erfolgreich organisieren.“

Warum? Weil dadurch jeder die Systematik versteht – **ohne politische Konflikte**. Das macht den Einstieg leicht und schafft persönliche Relevanz.

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## Häufige Fehler bei der OKR-Einführung (und wie man sie vermeidet)

**1. Alles gleichzeitig ändern:**  
Einführung von OKR und neuer Software gleichzeitig ist zu viel. Fokus auf das Wesentliche: erst Prozesse, dann Tools.

**2. Mangelndes Empowerment:**  
Wenn Führungskräfte ihren Teams nicht zutrauen, Ziele mitzugestalten, scheitert OKR – es braucht Vertrauen.

**3. Keine Retrospektive:**  
Wer nicht reflektiert, wiederholt Fehler. Die Kombination aus Review (Zielstand) und Retrospektive (Zusammenarbeit) ist entscheidend.

**4. Kein kulturelles Buy-in:**  
Wenn OKR nur als Pflichtübung gesehen wird, bleibt die Wirkung aus. Kommunikation, Training und Vorbildverhalten sind entscheidend.

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## Der ROI von OKR: Klarer, schneller, motivierter

- **Schneller lernen:** Probleme werden früher erkannt – weil jede Woche reflektiert wird.
- **Mehr Motivation:** Teams wissen, worauf sie hinarbeiten – und haben Erfolgserlebnisse.
- **Weniger Overload:** 2–3 Prioritäten pro Quartal statt 13 Baustellen gleichzeitig.
- **Bessere Abstimmung:** OKRs fördern Transparenz zwischen Teams und Bereichen.

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## Starten leicht gemacht – 5 Schritte zum Einstieg

1. **Pilotteam auswählen:** z. B. HR oder ein cross-funktionales Projektteam
2. **OKR Workshop planen:** mit erfahrener Moderation oder Coach
3. **Erste OKRs definieren:** mit Fokus auf Outcome, nicht Aktivität
4. **Check-ins und Retros fix terminieren:** alle 1–2 Wochen
5. **Nach 3 Monaten Review & Auswertung:** Was lief gut, was adaptieren?

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## Fazit: OKR ist kein Hype – sondern Haltung

Wer glaubt, OKR sei tot, hat es nie richtig eingeführt. **OKR ist kein Tool, sondern eine Methode zur Fokussierung, Beteiligung und Klarheit.** In einer Arbeitswelt voller Ablenkungen und Komplexität ist das mehr wert denn je.

[Arndt Schmidtmayer](https://www.hrm.de/mitglieder/arndt-schmidtmayer/) zeigt eindrucksvoll: Wenn OKR mit Haltung, Reflexion und Beteiligung kombiniert wird, wird es zur **echten Transformationstechnik – nicht nur für Start-ups, sondern auch für etablierte Konzerne, Mittelständler und HR-Abteilungen.**
