# Lernen in China: Einer spricht – alle hören zu. Und wer kann dann was?

*https://www.hrm.de/lernen-in-china-einer-spricht-alle-hoeren-zu-und-wer-kann-dann-was-2/ — 2013-07-08*

Diese Aspekte prägen das Lernen in China zu weiten Teilen:   
   
 **- Chinesen fragen allgemein weniger nach.**   
Daher ist oft nicht sofort ersichtlich, wer in welchen   
Sachverhalten und bei welchen Verständnisfragen   
Unterstützung braucht.

**- In China gibt es zu Beginn einer Berufsschul-Ausbildung   
obligatorischen, monatelangen Frontalunterricht** –   
der Lehrer spricht, die Schüler hören zu. Die Aufnahme und   
Verarbeitung des Gehörten und Gesehenen ist nicht optimal gewährleistet.

**- Bei praktischen Schulungseinheiten sind wenige Schüler im Einsatz   
–** alle anderen schauen zu. Günstiger wäre es, möglichst jeden   
Lernenden praktisch einzubinden.  
   
 **- Aufgrund mangelnder Ressourcen in den Bildungsinstitutionen   
sind Chinesen eine kreative Unterrichtsgestaltung weniger gewohnt**.   
Sie müssen herangeführt werden, begeistern sich jedoch schnell.   
   
 **- Zwischen Lehrenden und Lernenden bestehen starke   
hierarchische Unterschiede.** Kollegiales, partnerschaftliches Verhalten   
zwischen beiden Seiten muss geübt werden.   
   
 **- Chinesische Schüler lernen bis spätabends.**Prüfungen bestimmen ihr Leben.   
Bildung eröffnet ihnen gute Zukunftschancen – das muss jüngeren wie älteren   
Lernenden nicht vermittelt werden.    
   
 **- So wie in China der Lehrer an der Tafel seinen großen Auftritt hat,   
so müssen Schüler vor allem auswendig lernen.** Eigenständiges Denken   
und Kombinieren von Sachverhalten ist eher unüblich, selbst an höheren   
Bildungsanstalten. Kreativität wird außerdem durch einen hohen Leistungsdruck   
und starke Prüfungsorientierung blockiert. Weg vom Pauken eines Faktenwissens,   
das an Planzahlen orientiert ist – dies muss in China erstmal geübt und begriffen werden.   
   
 **- Chinesen werden geschult, um in die Fußstapfen   
derer zu treten, die vor ihnen gehen**; immer noch. Dass Lernen erst   
dann wirklich erfolgreich verläuft, wenn das einzelne Individuum seine Stärken,   
Ideale und Schwächen – also seine Ressourcen – auszulotet und einzusetzen   
weiß, ist im Reich der Mitte eine politisch heiß gegessene Wahrheit. Auch   
in diesem Punkt wird das deutsche Bildungssystem am einzelnen Chinesen   
auf psychologische Vorbehalte stoßen. Es ist Sache des betrieblichen Alltags,   
diesen Kurs durch learning by doing ohne große Propaganda zu ändern.

 

 

Fotocredit: Dieter Schütz /[www.pixelio.de ](http://www.pixelio.de)

 
