Lehrstellenabbrüche: Zürich hält an seiner Unterstützung für gefährdete Ausbildungsbetriebe und Jugendliche fest

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Foto von Oli Dale

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Jugendliche haben die Ausbildung absolviert: Portraits
So bereitet Netz 2 einen Fall auf: Prozess

Lehrabbrüche sind ärgerlich für alle Beteiligten. Hoffnungen, Geld und Zeit wurde investiert. Die Abbruchgründe sind so verschieden wie diejenigen, welche sie unternehmen. So meldete der Baumeisterverband im August 2014, dass jeder fünfte Lehrling im Bauhauptgewerbe das Handtuch werfe, weil ihm der Beruf nicht gefällt oder er mit den Bedingungen unzufrieden ist. Von derselben Quote geht auch der Zürcher Lehrstellenbericht 2012 aus. Allerdings meldet der Bericht, dass die Jugendlichen meist lediglich den Betrieb und das Anforderungsniveau, nicht aber den Beruf wechseln. Gesamtschweizerisch fehlen bislang Daten, wie ein Bericht der Berner Fachhochschule über die gesellschaftlichen Kosten von Ausbildungslosigkeit vermerkt.

Unter den Lehrabbrechern sind auch solche Jugendliche zu finden, die scheitern, weil soziale Not sie dazu zwingt. Es sind Menschen in zeitweilig, mittel- oder langfristig besonders schwierigen Lebenslagen (familiäre, gesundheitliche, finanzielle Probleme oder Suchtprobleme). Für die Zürcher unter ihnen hat der Regierungsrat des Kantons Zürich beschlossen, das Projekt „Case Management Berufsbildung / „Netz 2“ unter der Federführung des Amtes für Jugend und Berufsberatung weiterzuführen.

Netz 2 bietet Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen in und ohne Ausbildung mittels Coaching und persönlicher Begleitung Berufsberatung. Ziel sei, so die Projektverantwortlichen, gefährdete Jugendliche zu identifizieren, anzusprechen und wenn nötig zu begleiten. Die Netz 2-Berater sind in den regionalen Berufsinformationszentren beheimatet und direkt dem Netz 2-Projektleiter unterstellt. Folgende Personen zählen zur Netz 2-Zielgruppe: Sie streben eine Ausbildung auf Sekundärstufe II an und sind zwischen 14 und 24 Jahren alt sowie wohnhaft in Zürich.

Seit Projektbeginn Ende 2010 wurden rund 350 Jugendliche aktiv begleitet. Etwa ein Drittel konnte bis zum heutigen Zeitpunkt einen Lehrvertrag abschliessen, und die Mehrheit der Jugendlichen lebt wieder mit einer geordneten Tagesstruktur. Künftig soll durch die Weiterführung dieses Programms im Teilprojekt „Case Management MBA (CM MBA)“ die bislang erreichte Erfolgsquote wesentlich gesteigert werden.

Foto: Copyright: Rainer Sturm | www.pixelio.de

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