Kleidungsordnung: Welche Bluse darf es sein?

Ein rechtlich und zwischenmenschlich schwieriges Terrain –
und viel häufiger ein Problem, als man denken sollte.


Ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats (§ 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG) sollten Sie ablehnen, sofern Sie sich von der Mitwirkung des Gremiums keine Vorteile versprechen. Klar ist hier nur, dass Mitbestimmungspflicht beim Tragen von „richtiger“ Berufskleidung (Busfahreruniform etc.) besteht. Die angemessene Kleidung gehört zur Tätigkeit und zum Berufsbild und kann angewiesen werden, und zwar ganz besonders bei Auszubildenden, da Sie gem. § 14 Abs. 1 Nr. 5 BBiG auch dafür zu sorgen haben, dass die Auszubildenden „charakterlich gefördert und sittlich … nicht gefährdet werden“.

Soweit irgendwie sachlich gerechtfertigt, können Sie durchaus detailreich anweisen, zum Beispiel keine Flip-Flops, Absätze nicht höher als x cm, Röcke mindestens bis zum Knie, nichts Bauchfreies usw. Ein Graubereich wird immer verbleiben (wann ist eine Hose zu eng?) Letztlich kommen auch Abmahnungen in Betracht; sinnvoller – soweit umsetzbar – wäre es ggf., die Auszubildenden
bei unpassender Kleidung aus dem Kundenkontakt herauszunehmen.

white Apple Magic mouse on brown table
Foto von Luca Bravo

RAin und FAin für Arbeitsrecht
Constanze Grosch
BMH Bräutigam und Partner, Berlin


Fotocredit: Uwe Wagschal / www.pixelio.de

 

Was können wir tun? Einige unserer weiblichen Auszubildenden kleiden sich selbst nach wiederholter Ansprache nach unserem Dafürhalten und dem für unsere Branche üblichen seriösen Stil zu freizügig. Jeder in unserem Unternehmen steht in intensivem Kundenkontakt. Wir überlegen, ob wir für jetzt und in Zukunft eine Betriebsvereinbarung zu dieser Sache abschließen sollen. Was müsste in dieser stehen und was nicht? Welche anderen Möglichkeiten abseits dieser Vereinbarung stünden uns offen? Wir betonen, dass wir nicht über modische Geschmacksfragen sprechen, das Auftreten unserer Mitarbeiter ist geschäftsrelevant. Wer will schon bei seinen Kunden – zum Beispiel auf Messen – ins Gerede kommen?

Anfrage eines Personalverantwortlichen aus dem Mittelstand