Kienbaum-Vergütungsstudie „Ingenieure in Führungs- und Fachpositionen“

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Dies sind Ergebnisse der Vergütungsstudie „Ingenieure in Führungs- und Fachpositionen“ der Managementberatung Kienbaum, die in diesem Jahr zum ersten Mal vergleichend die Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert. An der Befragung haben sich insgesamt 490 Unternehmen beteiligt. „Die Nachfrage nach Ingenieuren ist hoch, doch auf dem Arbeitsmarkt ist das Angebot knapp. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen, weil die Zahl der Berufsanfänger abnimmt und viele Ältere ausscheiden. Deshalb wird es für Unternehmen immer wichtiger, sich im Recruiting und der Personalentwicklung professionell aufzustellen“, sagt Maria Smid, Projektleiterin der Studie.

Variable Vergütung: Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf

Ein uneinheitliches Bild zeigt sich im Drei-Länder-Vergleich bezüglich der variablen Vergütung: 87 Prozent der Ingenieure auf der Führungsebene erhalten in Österreich solche zusätzlichen Gehaltskomponenten, 80 Prozent sind es in der Schweiz und nur 71 Prozent in Deutschland. Bei der Höhe dieser Bezüge liegen Deutschland und Österreich gleichauf (19.000 bzw. 18.000 Euro), während Führungskräfte in der Schweiz 14.000 Euro zusätzlich erhalten. Fachkräfte profitieren seltener von variablen Vergütungsleistungen: 57 Prozent in der Schweiz (6.000 Euro), 55 Prozent der Österreicher (10.000 Euro) und lediglich 44 Prozent in Deutschland (8.000 Euro) finden solche Zahlungen auf ihrem Gehaltszettel. „Unternehmen in Deutschland haben noch erheblichen Nachholbedarf, was die Nutzung variabler Gehaltsbestandteile betrifft. Zwar liegen sie im Vergleich zu Österreich und der Schweiz bei der Höhe des Bonus an erster oder zweiter Position, doch kommen nur relativ wenige Ingenieure in den Genuss dieser Zusatzleistungen“, sagt Maria Smid von Kienbaum Österreich.

Österreichische Spitzenkräfte verdienen am besten

Je nach Position und Land variiert die Höhe der Gehälter stark: In der unteren Einkommensgruppe erhält beispielsweise eine technische Fachkraft in Österreich nur 39.000 Euro pro Jahr, während auf einer vergleichbaren Position in Deutschland und der Schweiz 50.000 Euro verdient werden. Spitzengehälter erzielen Ingenieure, die mit der technischen Gesamtleitung betraut sind: Hier wird in Österreich mit 128.000 Euro am besten gezahlt, während in der Schweiz mit 122.000 Euro und in Deutschland mit 119.000 Euro (vergleichbare Position: Leiter Ingenieurbüro) deutlich weniger auf dem Gehaltszettel steht.

Länderübergreifend gilt für Verdienstmöglichkeiten auf der Führungsebene: Je mehr Mitarbeiter, desto mehr Gehalt. In Firmen mit bis zu hundert Mitarbeitern verdienen Ingenieure in Leitungspositionen durchschnittlich 79.000 Euro, bei einer Belegschaft von hundert bis tausend Beschäftigten 96.000 Euro und die Übernahme der Verantwortung für mehr als tausend Mitarbeiter wird mit 123.000 Euro entlohnt. Bei den Fachkräften ist der Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Vergütung nicht eindeutig: 56.000 Euro verdient ein Ingenieur, wenn er bis zu hundert Kollegen hat, und 70.000 Euro bei einer Belegschaft zwischen hundert und tausend Angestellten. Bei einem Unternehmen mit mehr als tausend Mitarbeitern sind es jedoch nur 67.000 Euro.

Gefragt: Mehr weibliche Jungingenieure

Kaum Gehaltsunterschiede bei Ingenieuren bestehen zwischen den Wirtschaftszweigen. Zwischen einzelnen Branchen differieren die Vergütungen jedoch stark: Eine Fachkraft verdient beispielsweise im Holz- und Papiergewerbe 41.000 Euro pro Jahr, während ein Ingenieur auf derselben Ebene in der Pharmaindustrie mit 88.000 Euro mehr als das Doppelte erhält.

Immer noch hat das Geschlecht einen entscheidenden Einfluss auf die Gehaltshöhe: 12,9 Prozent weniger verdienen Frauen im Durchschnitt im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Ohnehin sind weibliche Mitarbeiter in diesem Bereich mit neun Prozent stark unterrepräsentiert. „Wenn wir den Fachkräftemangel in der Ingenieurbranche beheben wollen, müssen wir mehr junge Frauen dazu ermuntern, ein entsprechendes Studium aufzunehmen. Dabei können Unternehmen eine wichtige Rolle spielen, indem sie beispielsweise Mentoringprogramme anbieten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich machen“, sagt Maria Smid.

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