Job finden über das Handy: Innovatives Personalmarketing immer beliebter

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Foto von Evangeline Shaw

Ein Viertel der befragten Unternehmen hat mobile Maßnahmen zur Bewerberinformation bereits eingesetzt, 15 Prozent planen mobile Personalmarketingmaßnahmen; in der Pilotstudie 2009 hatten erst 8 Prozent Erfahrung mit Mobile Recruiting.

Auf den ersten Plätzen: Die Klassiker des mobilen Internet

Im Vergleich zum Jahr 2009 sind die Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Mobile-Recruiting-Maßnahmen viel bekannter, und Personaler schätzen die Bedeutung mobiler Angebote in der Bewerberansprache höher ein. 17 Prozent der Befragten haben bereits eine mobile Karriere-Website, ein weiteres Viertel plant sie. Vor zwei Jahren hatten gerade mal 8 Prozent ihre Jobseiten für mobile Endgeräte aufbereitet.

„Wer meint, hier würden einfach nur die normalen Websites auf ein kleines Format gebracht, verkennt die Möglichkeiten“, sagt eco Geschäftsführer Harald A. Summa. In den Smartphone-Versionen der Karriereportale könnte man beispielsweise den richtigen Kontakt mit einem Klick direkt anrufen oder sich Standorte des Unternehmens in der Nähe anzeigen lassen. Auch mobilen Online-Jobbörsen messen 79 Prozent der Befragten eine hohe oder eher hohe Bedeutung bei. „Auf dem Weg zur Arbeit einfach nach Alternativen zum derzeitigen Job suchen – diesen situativen Kontext des Bewerbers können sich Unternehmen zunutze machen.“

Auf den hinteren Plätzen liegen Maßnahmen der so genannten „Augmented Reality“, Location Based Services und auch Mobile Tagging, bei dem Codes, wie man sie von Online-Tickets kennt mit einer bestimmten Applikation im Smartphone gescannt werden und den Nutzer direkt zu einer bestimmten Website führen. „Hier ist die Technik vielleicht noch nicht bekannt genug, denn nützlich ist das schon, wenn man es richtig macht“, meint Prof. Dr. Böhm, Professor für Telekommunikation und Mobile Media an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. „Wenn sich der Mobile Tag auf einem Plakat des Unternehmens befindet, kann man unterwegs ohne lange Recherche oder das umständliche Eintippen einer Internetadresse auf dem Handy direkt zu den relevanten Informationen auf dem Karriere-Portal oder zu einem interessanten Jobangebot geleitet werden.“

Vorteile für Bewerber: Überall und immer alle Informationen abrufen

Für Jobsuchende besonders praktisch sind laut der Studie die orts- und zeitunabhängige Nutzung. Weniger relevant sind dagegen der Spaßfaktor und die Möglichkeit zur Personalisierung der Angebote. Bewerber nehmen die Möglichkeit, über mobile Websites, Apps oder Social Media mit möglichen Arbeitgebern in Kontakt zu treten, gut an: 79 Prozent der befragten Personaler waren mit den Ergebnissen ihrer Maßnahmen zufrieden oder sehr zufrieden.

„Die mobile Bewerberansprache eignet sich natürlich nicht für alle Jobs; idealerweise sollten Hochschulabsolventen auf diesem Weg angesprochen werden, auch für Schüler und Azubis sind mobile Maßnahmen gut geeignet“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Jäger, Professor für Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Personal- und Unternehmensführung an der Hochschule Rhein-Main. „Sie sind daran gewöhnt, über das mobile Internet alles von jedem Ort aus erledigen zu können.“

Vorstellbar seien aber auch spezielle mobile Recruitingmaßnahmen für bestimmte Beschäftigungsverhältnisse, meint Dr. Stephan Böhm, der zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Jäger das Forschungsprojekt Remomedia leitet: „Gerade für Zeitarbeit oder kurzfristig benötigte Aushilfstätigkeiten sind beispielsweise Location Based Services denkbar, die sonst im Mobile Recruiting noch nicht sehr häufig zum Einsatz kommen.“ Hierbei können einem Jobsuchenden mittels einer App beispielsweise freie Stellen in der Nähe seines Aufenthaltortes angezeigt werden. „Hier ist aber situativ zu differenzieren – für Studenten ist zum Beispiel die Nähe zum aktuellen Standort oder Campus sicherlich bei Aushilfs- oder Werkstudententätigkeiten wichtiger als beim Berufseinstieg nach dem Studium“, so Prof. Dr. Böhm.

Mobile Recruiting ist auch Employer Branding

Die Studie zeigt auch, dass Personalabteilungen teilweise noch skeptisch sind, aber interessiert: Knapp die Hälfte (49 Prozent) kann den Nutzen von Mobile Recruiting noch nicht erkennen, aber nahezu jedes Unternehmen (96 Prozent) möchte mehr zu den Einsatzmöglichkeiten erfahren. Die Unternehmen, die keine mobilen Maßnahmen zur Bewerberansprache einsetzen, tun dies haupsächlich deshalb nicht, weil sie sich nicht genügend informiert fühlen (66 Prozent). Zu hohe Kosten sind dagegen nur für einen geringen Teil der Befragten ein Grund (20 Prozent).

„Der Innovationsgedanke ist hier wichtig, bei neuen Entwicklungen vorne mit dabei zu sein“, sagt Harald A. Summa. Triebfeder für Mobile-Recruiting-Aktivitäten sind in den meisten Fällen die Personalleitung und Personalabteilung, die Maßnahmen sind bei über der Hälfte der Befragten (48 Prozent) keine Einzelaktionen, sondern eingebettet in eine langfristige Strategie. So versprechen sich 90 Prozent davon eine Steigerung der Reichweite von anderen Recruiting-Maßnahmen und 84 Prozent erhoffen sich Unterstützung beim Aufbau und Führen einer Arbeitgebermarke.

Über die Studie

Für die Studie „Mobile Recruiting 2011“ wurden 159 HR-Experten unterschiedlicher Branchen mittels einem standardiesierten Online-Fragebogen befragt. Erhebungszeitraum war Mai/Juni 2011.

Alle Links auf einen Blick:

  • Ergebnisse der Studie „Mobile Recruiting 2011“: http://www.djm.de/download/mobrec/ index.htm
  • Zusammenfassung der Pilotstudie „Mobile Recruiting 2009“: http://www.djm.de/download/Studie_Mobile_Recruiting_2009_Summary.pdf
  • DJM Consulting: http://www.djm.de
  • Forschungsprojekt Remomedia: http://www.remomedia.de
  • eco Kompetenzgruppe E-Recruiting: http://www.eco.de/arbeitskreise/e-recruiting.htm

Quelle: Pressemitteilung vom 8. September 2011

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