Fokussierter und gelassener führen

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Foto von Markus Spiske

Es ist schon viel geschrieben worden, über diese besondere Vuca-Welt, die mit ihrer Unsicherheit den Alltag von Führungskräften und Managern erschwert. Längst sind es nicht nur die Mitarbeiter, die sich angesichts von Digitalisierung und Transformation im Arbeitsalltag überfordert und teilweise ausgelaugt fühlen. Dieses Gefühl trifft auch die, die eigentlich vorangehen sollten. Auch Führungskräfte fühlen sich wie in einem Hamsterrad. Das muss aber nicht unbedingt an der Situation liegen, meint Nicholas Pesch in seinem Buch „Der bewusste Leader“. Seiner Ansicht nach steckt in jeder Führungskraft alles, was nötig ist, die Herausforderungen zu bewältigen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Sein Konzept des „Mind Movement Mastery“ ist keine schnelle Betriebsanleitung. Es genügt also nicht, das Buch einmal in Ruhe durchzulesen, um dann sofort zu mehr Gelassenheit zu finden. Pesch beschreibt einen Weg, den es zu beschreiten gilt.

Der Grundstein für diesen Weg ist mit der Lektüre gelegt. Es gehört aber auch die Offenheit dazu, sich auf neue Sichtweisen und auf die zahlreichen Übungen des Buches einzulassen. Wer bisher in seinem Leben beharrlich etwa die Meditation belächelt hat, dürfte sich sowohl mit der Lektüre als auch der praktischen Umsetzung schwertun.

Klassische Führungsinstrumente auf dem Prüfstand

In den ersten Kapiteln setzt sich der Autor mit klassischen Führungsinstrumenten auseinander. Anschaulich zeigt er, dass diese häufig auf polarisierenden Sichtweisen beruhen, die in der heutigen volatilen Welt so nicht mehr bestehen. Transaktionale Führung mit ihren Leistungsanreizsystemen führt hier möglicherweise kurzfristig noch zum Erfolg. Die Führungskraft bleibt dann aber nur ein Performance-Jäger. Transformationelle Führung dagegen fördert die Leistungsfähigkeit. Bei den Mitarbeitern und der Führungskraft selbst.

„Neustart“ des eigenen Betriebssystems

Nicholas Pesch geht es um nicht weniger als den „Neustart des inneren Betriebssystems“ seiner Leser. Sein Instrument ist die RAIN-Methode (Recognition, Acceptance, Inquiry, Non-identification). Sie ist das Grundgerüst und der Schlüssel, um den Bewusstseinszustand zu erreichen, der den Leser dazu führen wird, gelassener, umsichtiger und fürsorglicher zu agieren. Kurzum zu einer besseren Führungskraft zu werden, die angemessen auf eine Komplexität der Welt reagiert, die eh nicht zu ändern ist.

Fazit

Überzeugend und anschaulich geschrieben zeigt der Autor einen Weg zu mehr Gelassenheit und damit auch Zufriedenheit im Beruf auf. Ein Zustand, der dem Leser nicht einfach in den Schoss fällt. Es braucht die Bereitschaft, an sich zu arbeiten – und dieses Buch.

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