Erste europäische E-Learning-Studie veröffentlicht

Die Initiatoren des Barometers von Crossknowledge, Fefaur und Ipsos Loyalty nahmen dazu im September 2011 sechs europäische Länder unter die Lupe: Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Italien, Belgien und die Niederlande. Untersucht wurden die Rolle und die Entwicklung des E-Learning, Methoden und Anwendungsgebiete sowie Bedingungen für den Erfolg und Performance-Indikatoren. Befragt wurden 511 Manager und Weiterbildungsverantwortliche, die bereits E-Learning im Unternehmen anwenden.

In Grossbritannien planen demnach 51 Prozent der befragten Unternehmen, mehr als 50 Prozent ihrer Mitarbeiter 2012 mindestens einen E-Learning-Kurs anzubieten. Damit kommen 11 Prozent mehr Mitarbeiter in den Genuss von E-Learning als noch 2010 (39 Prozent). Die europäischen Nachbarn ziehen nach, erreichen diese Werte aber noch nicht. In Spanien sind es immerhin 44 Prozent der befragten Unternehmen, in Belgien 42 Prozent und in Frankreich noch 25 Prozent, die mehr als 50 Prozent ihrer Mitarbeitern mindestens einen E-Learning-Kurs anbieten. Das sind gegenüber 2010 überall Wachstumsraten zwischen vier und zwölf Prozent. Nur in Italien ist die Entwicklung rückläufig. Hier wollen nur noch 17 Prozent mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter mit E-Learning erreichen, was einen Rückgang gegenüber 2010 von 11 Prozent ausmacht.

Welche Ziele sollen erreicht werden? Bei 45 Prozent der teilnehmenden Unternehmen steht der Studie zufolge an erster Stelle, die Kosten für Trainings zu „optimieren“. Für 37 Prozent ist es besonders wichtig, gegenüber Präsenztrainings und der beschränkten Grösse von realen Klassenräumen mit E-Learning die Trainings-Kapazitäten ausweiten zu können. 29 Prozent der Unternehmen wollen E-Learning-Kurse nutzen, um die Dauer von Präsenztrainings zu verkürzen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass der Trend von immer kürzeren Lerneinheiten für immer mehr Teilnehmer die Trainingskosten pro Stunde weiter senkt. Auch der Trend zum Mobile Learning mit Smartphone und Tablet-PC führe in diese Richtung.

E-Learning breitet sich der Studie zufolge in den untersuchten Ländern auf zwei Wegen aus. Zum einen wenden immer mehr Unternehmen E-Learning an, zum anderen werden immer mehr Mitarbeiter in diese Form des Lernens einbezogen. Zu den „heavy consumers“ werden demnach Mitarbeiter im Bereich Marketing und Vertrieb gezählt, sowie Manager und neue Mitarbeiter (Stichwort: On-Boarding). Um die Kernkompetenzen ihrer Mitarbeiter zu trainieren nutzen demnach 67 Prozent der befragten Unternehmen E-Learning, jeweils 40 Prozent bieten E-Learning-Kurse zu Sicherheit und Gesundheit sowie im Bereich IT-Training an. Mit 39 Prozent folgen Desktop-Anwendungen und Compliance, sowie 37 Prozent Management- und Leadership-Trainings

Beim Content verlassen sich bislang nur 37 Prozent der Befragten auf Standardkurse, 25 Prozent planen, zukünftig mehr Standard-Content zu nutzen. 48 Prozent nutzen vor allem individuellen Content und planen, dies auch weiterhin zu tun. Ebenfalls viel genutzt wird mit 46 Prozent die Möglichkeit von Online-Tests. Ihre Mitarbeiter in virtuellen Räumen zusammenarbeiten lassen der Studie bislang nur 22 Prozent der befragten Unternehmen, 29 Prozent planen, diese Lernform in den kommenden zwei Jahren zu intensivieren. Ein ähnliches Verhältnis ergibt sich für das Lernen mit Videocasts und Podcasts. Bei diesen Medien übersteigt die geplante Nutzung die aktuelle Nutzung um vier Prozent.

Die Frage nach den drei wichtigsten Faktoren für erfolgreiches E-Learning beantworteten die Studienteilnehmer mehrheitlich mit Qualität des Inhalts (61 Prozent), Relevanz für die eigene Arbeit (59 Prozent) und wie gut sich der Kurs in den persönlichen Tagesablauf integrieren lässt (46 Prozent).

www.crossknowledge.com

Artikel: Gudrun Porath

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Foto von Austin Distel