Mit einer Abmahnung dokumentieren Sie als ArbeitgeberIn in schriftlicher Form ein Verhalten Ihrer ArbeitnehmerInnen, das mit den arbeitsvertraglichen Pflichten nicht vereinbar ist. In dem Schriftst√ľck beschreiben Sie genau, was sich √§ndern soll. Zudem weisen Sie die betroffene Person auf die M√∂glichkeit der K√ľndigung hin, wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin das angemahnte Verhalten nicht einstellt oder √§ndert.

Abmahnungen werden in der Personalakte des abgemahnten Mitarbeiters oder der abgemahnten Mitarbeiterin dokumentiert. Sollte Ihre Kritik aber unberechtigt sein, haben ArbeitnehmerInnen das Recht, die Beantragung der schriftlichen Aufforderung zur Verhaltens√§nderung aus der Personalakte zu beantragen.

Abgrenzung: Abmahnungen und Ermahnungen

Möchten Sie Ihre Kritik an einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin nicht zu hart äußern, greifen Sie zu der milderen Form der Ermahnung.

Mit einer Ermahnung k√∂nnen Sie die betreffende Person auf ein Fehlverhalten aufmerksam machen, ohne dass Sie gleichzeitig mit arbeitsvertraglichen Konsequenzen drohen m√ľssen. Allerdings k√∂nnen Sie auch bei einer Ermahnung auf die M√∂glichkeit einer K√ľndigung hinweisen, wenn sich das angemahnte Verhalten nicht innerhalb einer bestimmten Zeit √§ndert. F√ľr betroffene ArbeitnehmerInnen stellt die Ermahnung eine Art Vorwarnung dar.

In welchen Fällen sind Abmahnungen erlaubt?

Damit Sie Abmahnungen aussprechen können, muss die Person, die Sie abmahnen möchten, ein Verhalten zeigen, das mit den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nicht vereinbar ist.

ArbeitnehmerInnen zeigen ein Fehlverhalten, wenn Sie Alkohol am Arbeitsplatz konsumieren oder wiederholt zu sp√§t zur Arbeit kommen. Als Gr√ľnde f√ľr Abmahnungen gelten auch das versp√§tete oder Nichteinreichen einer Krankenmeldung oder die nicht genehmigte √úberziehung eines Urlaubs. Erwischen Sie ArbeitnehmerInnen bei einem Diebstahl oder stellen Sie einen wiederholten Versto√ü gegen die betriebsinterne Hausordnung vor, sind Sie ebenfalls berechtigt, Abmahnungen auszusprechen.

Abmahnung: Form, Frist und Inhalt

Abmahnungen m√ľssen nicht zwingend schriftlich abgefasst werden. Die Schriftform ist aber ratsam, weil Sie sp√§ter etwas in der Hand haben, falls Sie einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter k√ľndigen m√ľssen.

Achten Sie bei dem Abfassen Ihrer Kritik auf eine korrekte Formulierung. Stellen sich sp√§ter Schreibfehler oder Zahlendreher heraus, kann dies zur Unwirksamkeit f√ľhren. Bei m√ľndlichen Abmahnungen empfiehlt es sich, wenn Sie als Arbeitgeber das Gespr√§ch mit der betroffenen Person dokumentieren und sich anschlie√üend von dieser best√§tigen lassen, dass der Inhalt zur Kenntnis genommen wurde. Andernfalls f√§llt es Ihnen schwer, Ihre Kritik sp√§ter aufrechtzuerhalten.

M√∂chten Sie eine Mitarbeiterin oder einen Kollegen abmahnen, m√ľssen Sie sich an keine gesetzlichen Fristen halten. Warten Sie mit Ihrer Kritik allerdings zu lange, kann die betreffende Person aber davon ausgehen, dass Sie das Fehlverhalten dulden und keine arbeitsvertraglichen Konsequenzen in Erw√§gung ziehen. Zu sp√§t ausgesprochene Abmahnungen sind unwirksam.

Bei dem Inhalt von Abmahnungen m√ľssen Sie auf eine korrekte Formulierung achten. Enth√§lt Ihre Kritik Fehler oder ist sie unvollst√§ndig, f√ľhrt sie nicht dazu, dass Sie Ihren Mitarbeiter oder Ihre Mitarbeiterin wirksam abmahnen. Sollte es sp√§ter zu einem K√ľndigungsschutzprozess f√ľhren, haben Sie kein Beweisst√ľck in der Hand, um Ihre Kritik zu untermauern.

Welche Funktionen haben Abmahnungen

Abmahnungen erf√ľllen drei Funktionen:

  • Sie dient Ihnen als ArbeitgeberIn zu Dokumentationszwecken.
  • Sie weisen einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin auf ein Fehlverhalten hin und schlie√üen im Wiederholungsfall eine K√ľndigung des Arbeitsverh√§ltnisses nicht aus.
  • F√ľr den betroffenen Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin stellt das Schriftst√ľck eine Warnfunktion dar. Ihm oder ihr ist bekannt, dass arbeitsvertragliche Konsequenzen drohen.

Abmahnungen: Nur mit Zustimmung des Betriebsrats?

Sind Sie in einem Unternehmen t√§tig, das einen Betriebsrat hat, m√ľssen Sie diesen √ľber Ihr Vorgehen informieren. Weil dem Betriebsrat in diesem Fall kein Stimmrecht zusteht, ist Ihre Entscheidung aber nicht abh√§ngig von der Stellungnahme des Betriebsrats. Der Betriebsrat kann sich aber f√ľr den betroffenen Kollegen/die Kollegin einsetzen und ihn oder sie zu einer Gegendarstellung auffordern. Diese Gegendarstellung m√ľssen Sie in Ihre Entscheidung einflie√üen lassen. Ist das Fehlverhalten erkl√§rbar, k√∂nnen Sie Ihre schriftliche Kritik wieder zur√ľcknehmen.

Abmahnungen durch den Arbeitnehmer

Eine Abmahnung kann auch von einer Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer ausgesprochen werden. Die Möglichkeit hierzu besteht, wenn Sie als ArbeitgeberIn Ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nicht nachkommen.

Zusammenfassung

Bei der Abmahnung handelt es sich um eine schriftliche Formulierung, mit der Sie das Fehlverhalten einer Arbeitnehmerin oder eines Arbeitnehmers kritisieren. In Abmahnungen werden die betroffenen Personen auf die M√∂glichkeit der K√ľndigung hingewiesen, wenn sich das Fehlverhalten nicht binnen einer bestimmten Frist √§ndert.

Damit Sie eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter abmahnen k√∂nnen, m√ľssen Sie das Fehlverhalten konkret beschreiben. Sie sollten zudem darauf achten, dass Sie mit Ihrer Kritik zu lange warten. Abmahnungen, die sp√§t ausgesprochen werden, sind unwirksam.

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