Deutliche Lohnzuwächse für Arbeitnehmer

|
person using phone and laptop
Foto von Austin Distel

Mit diesen Werten bei der Budgetplanung zählt Deutschland zu den Schlusslichtern im internationalen Vergleich, rangiert aber vor Frankreich und der Schweiz, wo die Unternehmen im kommenden Jahr mit Lohnzuwächsen von 3,3 beziehungsweise 3,0 Prozent rechnen. Bei einer Unterscheidung der weltweiten Vergütungsbudgets nach Hierarchiestufe geht der Produktionssektor als Gewinner hervor. Zudem streben die Unternehmen 2008 eine noch stärkere Leistungs- und Erfolgsorientierung in der Vergütung an.

Moderate Steigerungen in West- und Südeuropa

Unternehmen in nahezu allen betrachteten Ländern planen für das kommende Jahr höhere Vergütungsbudgets ein. Mit um 11 Prozent höheren Budgets für 2008 erweist sich Russland als Spitzenreiter im Vergleich, wobei die Zuwachsraten zu einem Großteil von der Inflation verzehrt werden. Die höchsten Steigerungsraten in West- und Südeuropa weisen mit 5,4 Prozent griechische Firmen auf. Im deutschsprachigen Raum nimmt Österreich mit einer Steigerungsrate von 4,0 Prozent für 2008 die Spitzenposition ein. Auf gleichem Niveau liegen Dänemark, Finnland, Großbritannien, Schweden und die Niederlande. In Frankreich kalkulieren die Firmen für das kommende Jahr mit 3,3 Prozent höheren Vergütungsbudgets. Geringfügig sinkende Lohnerhöhungen sind für die meisten osteuropäischen Staaten ermittelt worden.

“In Anbetracht der Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten auch im kommenden Jahr steigen werden, fällt der reale Gehaltszuwachs 2008 ähnlich aus wie im aktuellen Jahr”, konstatiert Martin Hofferberth, Manager und Vergütungsexperte bei Towers Perrin. “Insgesamt belegen die makro-ökonomischen Daten, dass das Tempo des Wirtschaftswachstums in der EMEA-Region anhält, aber an Dynamik verlieren wird.” Dieser Trend zeigt sich vor allem in Osteuropa, wo die Gehaltszuwächse auch nach Abzug der Inflation mit bis zu 3,5 Prozent hoch ausfallen. In Westeuropa rangieren die Gehaltszuwächse nach Abzug der Inflationswerte zwischen 0,8 Prozent (Irland) und 2,2 Prozent (Österreich). Deutschland nimmt mit 1,9 Prozent einen der vorderen Plätze ein.

Produktionssektor als Gewinner

Unabhängig von Land und Branche schätzen nahezu alle befragten Unternehmen die Erhöhung ihrer Vergütungsbudgets für 2008 als angemessen ein. Über alle Mitarbeitergruppen (Führungskräfte, Spezialisten und mittleres Management, technische und administrative Unterstützung sowie Produktion) hinweg werden mehr Mittel für die Bezahlung bereitgestellt. In Österreich und der Schweiz ist das Niveau der geplanten Vergütungserhöhungen für das Jahr 2008 zwischen den Mitarbeitergruppen ausgeglichen (3,0 bzw. 4,0 Prozent). In Deutschland verzeichnen Produktionsmitarbeiter 2008 mit durchschnittlich 3,0 Prozent einen geringeren Lohnzuwachs als andere Mitarbeitergruppen (3,5 Prozent). Dagegen ist in einigen anderen europäischen Staaten für den Produktionssektor ein starker Anstieg der Vergütung festzustellen. In Ungarn, Irland, Norwegen, Rumänien und der Slowakei übersteigt die prozentuale Lohnsteigerung der in der Produktion tätigen Mitarbeiter sogar die der Führungskräfte. IT-Branche an der Spitze

Die branchenspezifische Analyse der Lohnbudgets belegt, dass die Steigerungsraten in der High-Tech Branche leicht abflachen. Die deutschsprachigen Staaten verzeichnen 2008 insgesamt maßvolle Lohnsteigerungen. Deutsche IT-Spezialisten erhalten 3,5 Prozent mehr Geld, 2007 waren es 3,4 Prozent. Der größte Zuwachs ist in Österreich zu erkennen. Unternehmen der IT-Branche werden hier nach 3,6 Prozent in diesem Jahr ihre Budgets für 2008 um 4,0 Prozent erhöhen.

In den osteuropäischen Staaten stagnieren die Vergütungsbudgets für die High-Tech-Branche im Jahresvergleich. “Hier zeigt sich die Annährung der osteuropäischen Länder an die Gehaltsstrukturen in Westeuropa, die sich in den letzten Jahren vollzogen hat. Die Lohnzuwächse verharren auf relativ hohen Niveau, allerdings sind die absoluten Lohn- und Gehaltskosten in diesen Ländern noch deutlich niedriger als in Westeuropa”, so Towers Perrin-Experte Hofferberth. Die Vergütung im deutschen Finanzsektor steigt 2008 im Vergleich zu 2007 um 0,2 Prozentpunkte. Die Banker in Österreich und der Schweiz können die gleichen Lohnsteigerungen wie in 2007 erwarten. Sie erhalten 4,0 bzw. 2,5 Prozent mehr Lohn. Auch in der Pharma-Branche steigen die Vergütungsbudgets geringfügig an. In Deutschland von 3,5 auf 4,0 Prozent, in Österreich von 3,8 auf 4,2 Prozent und in der Schweiz von 3,0 auf 3,2 Prozent.

Unternehmen investieren zunehmend in Leistungsträger

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Deutschland (72 Prozent) plant, die zusätzlichen Vergütungsmittel 2008 ganz oder zum überwiegenden Teil für die Entlohnung von Leistungsträgern zu verwenden. Deutschland liegt damit auf einem der hinteren Plätze – gleichauf mit Frankreich und Italien, jedoch noch vor Dänemark, Finnland und Schweden. Unter den westeuropäischen Ländern erweisen sich neben Griechenland insbesondere die Schweiz, Österreich und Spanien als Länder mit besonders ausgeprägtem Willen zur leistungsorientierten Vergütung. “Der Trend, das Engagement der Mitarbeiter mit der Vergütung zu verknüpfen, hält weiter an. Neben dem weiteren Ausbau der variablen Vergütung in vielen Unternehmen, werden für die Gehaltsrunden immer öfter direkt die Ergebnisse der Leistungsbeurteilung als Grundlage verwendet”, so Martin Hofferberth.

Hintergrundinformationen zur Studie

Der jährlich von Towers Perrin erstellte “EMEA Compensation Planning Report” untersucht Veränderungen im Bereich Vergütung und Vergütungsplanung. Das für die Studie erhobene Vergütungsbudget erfasst tarifliche und außertarifliche Mitarbeiter auf allen Hierarchiestufen und berücksichtigt bei den Prognosen auch die für 2008 geplanten Beförderungen. Die vorliegenden Ergebnisse für 2007 und 2008 basieren auf den Angaben von über 2.000 großen und mittelständischen Unternehmen aus 38 Ländern.

Der EMEA Compensation Planning Report 2007 ist kostenlos erhältlich bei Towers Perrin, Frau Anna-Maria Angermann, E-Mail: anna-maria.angermann@towersperrin.com

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an