D21-Digital-Index: Männlich, gute Bildung, gutes Einkommen – das sind die digital gut Erreichbaren

two women talking while looking at laptop computer
Foto von KOBU Agency

Die Nutzertypen im Detail: Die digital weniger Erreichbaren

Außenstehender Skeptiker |
Quote in der Gesamtbewertung: 27 Prozent

Zu dieser Gruppe zählen vor allem Ältere (Altersdurchschnitt 65 Jahre), Frauen (64 Prozent) und Personen mit einer niedrigen formalen Bildung. Ein Großteil dieser Nutzergruppe lebt allein (36 Prozent) oder in einem Zwei-Personen-Haushalt (45 Prozent).

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer:
sieben Minuten

Häuslicher Gelegenheitsnutzer |
Quote in der Gesamtbewertung: 32 Prozent

Dieser Typ ist tendenziell weiblich (53 Prozent), im Schnitt 47 Jahre alt und verfügt über eine niedrige formale Bildung. Über die Hälfte geht einer bezahlten Tätigkeit nach. Sie nutzen das Internet vor allem zur Recherche sowie zum Online-Shopping.

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer:
1 Stunde und 23 Minuten

Vorsichtiger Pragmatiker |
Quote in der Gesamtbewertung: 6 Prozent

Diese Gruppe ist wiederum eher weiblich (69 Prozent) und im Schnitt 41 Jahre alt. Über die Hälfte ist berufstätig und bezieht ein mittleres bis niedriges Einkommen. Der vorsichtige Pragmatiker achtet im Vergleich zu den anderen Typen des Segments stärker darauf, keine persönlichen Informationen in Soziale Netzwerke zu stellen. Die Nutzungsdauer jedoch zeigt, dass er deutlich internetaffiner ist als andere schwer Erreichbare.

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer:
6 Stunden und 9 Minuten

Die Nutzertypenim Detail: Die digital gut Erreichbaren


Reflektierter Profi |
Quote in der Gesamtbewertung: 18 Prozent

Dieser Nutzertyp ist im Schnitt 40 Jahre alt und eher männlich (63 Prozent). Er verfügt über eine gute Ausbildung sowie über ein hohes monatliches Einkommen; zwei Drittel in dieser Gruppe sind berufstätig. Der reflektierte Profi nutzt besonders gern Smartphones.

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer:
2 Stunden und 35 Minuten

Passionierter Onliner |
Quote in der Gesamtbewertung: 12 Prozent

Dieser Typus ist ebenfalls eher männlich (62 Prozent) und im Schnitt 35 Jahre alt. Er besitzt eine hohe formale Bildung und ist zu drei Vierteln berufstätig. Charakteristisch ist laut Studie, dass die Internetnutzung über mobile Endgeräte (Tablet, Laptop und Smartphone) in dieser Gruppe am höchsten ist.

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer:
6 Stunden und 37 Minuten

Smarter Mobilist |
Quote in der Gesamtbewertung: 6 Prozent

Zu 70 Prozent ist dieser Typ männlich (70 Prozent). Sein Alter liegt bei durchschnittlich 37 Jahren. 74 Prozent sind berufstätig mit hohem Einkommen, die formale Bildung ist hoch. Die Nutzung von On-Demand-Diensten, Online-Videos, Musik-Streaming, Online-Telefonie und Sozialen Netzwerken ist in dieser Gruppe am stärksten.

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer:
12 Stunden und 46 Minuten

Mit dem D21-Digital-Index versucht die Berliner Initiative den Puls der Gesellschaft zu fühlen: Gelingt der von Politik und Wirtschaft anvisierte digitale Transformationsprozess? Welche Endgeräte favorisieren Bundesbürger? Wie rasch gelingt der digitale Wandel? Erstmals wurde der Index in 2013 veröffentlicht.

Das Ergebnis der jüngsten Erhebung in der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahre lässt die Initiatoren nüchtern resümieren, dass die vorliegenden marginalen Veränderungen seit der letzten Studie auf „eine gewisse Stagnation der digitalen Gesellschaft“ schließen lassen, es sei keinerlei Zuwachs bei den digital erreichbaren Nutzertypen zu verzeichnen.

      Vorgestellt wurden die Ergebnisse
             von der Initiative D21 
und dem
      Bundesministerium für Wirtschaft
         und Energie 
in 11/15 in Berlin. 

Sechs Nutzertypen hatte das von den Berlinern beauftragte Marktforschungsinstitut TNS Infratest im ersten Studienjahr ermittelt und beobachtet seither, wie sich diese verändern, beziehungsweise welche Typen Zulauf bekommen. Zu diesem Zweck wurden im Juni und Juli 2015 1.902 Interviews geführt.     

Zu den digital weniger Erreichbaren zählt der Index „außenstehende Skeptiker“, „häusliche Gelegenheitsnutzer“ sowie „vorsichtige Pragmatiker“. Zu den Nutzertypen der digital Erreichten gehören der „reflektierte Profi“, der „passionierte Online“ sowie der „smarte Mobilist“. Die Gruppe der digital Erreichten kommt auf eine Quote von 36 Prozent, dagegen erzielt die Gruppe der digital weniger Erreichbaren satte 64 Prozent. Die Bewegungen innerhalb der Gruppe fallen wie in der Grafik dargestellt aus (Bild zum Vergrößern anklicken). 

Auffällig an der Detaildarstellung der Ergebnisse ist, dass jüngere Altersgruppen fehlen.

Sebastian Ofer

Chefredakteur bei HRM Research Institute

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