Connie Voigt (Hrsg.): Interkulturell führen. Rezension von Montserrat Fontela

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Foto von Van Tay Media

Interkulturell Führen

Diversity 2.0 als Wettbewerbsvorteil

Von Connie Voigt (Hrsg.)

Mit Geleitworten von Prof. Roland Berger

und Prof. Jürgen Bolten

Gabal Verlag 2009

294 Seiten, 47,00 Euro

ISBN 978-3-86936-004-1

Nach einer umfassenden Einführung in die Theorien von anerkannten Experten wie beispielsweise Geert Hofstede, Fons Trompenaars, Friedemann Schulz von Thun oder Edward T. Hall folgen vielfältige Meinungen und Erfahrungsberichte zum Umgang mit interkulturellen Teams oder Unternehmen. Hierbei geht es um viel mehr als nur Business-Etikette oder „Tipps“ zur richtigen Führung im internationalen Kontext. Die Autoren schildern die Entstehungsprozesse von geeigneten Ansätzen, um mit Diversität erfolgreich und produktiv umzugehen.

Anregungen für die interkulturelle Kommunikation im eigenen Unternehmen erhält der Leser insbesondere von den Leadership Cases: In persönlichen Interviews berichten verschiedene Führungskräfte internationaler Organisationen von ihrem Umgang mit kultureller Diversität. Die Interviews zeigen eine enorme Bandbreite an Ideen, da die Erfahrungsberichte aus ganz verschiedenen Branchen kommen – vom Unternehmen der freien Wirtschaft bis hin zu einem Zirkus.

Dabei gelingt es diesem Buch mit der Kombination der Beiträge, den Begriff Interkulturalität auf Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsgruppen oder Altersstrukturen innerhalb einer Kultur zu übertragen. Eine Beschränkung auf kulturelle Cluster oder Makrokulturen, wie sie häufig in der Theorie auftritt, vermeiden die Autoren größtenteils, wodurch eine neue Perspektive auf das Thema entsteht. Die Herausgeberin und die Autoren legen sehr viel Wert auf Faktoren wie Herkunftsmilieu, Alter, Position und Aufgabe im Unternehmen und veranschaulichen damit die Vielfalt von Belegschaften.

Sehr erfrischend ist außerdem die Schilderung von Fehlern, die viele Unternehmen, Mitarbeiter und Führungskräfte in der Vergangenheit gemacht haben und heute noch teilweise begehen – vor allem der Kardinalfehler, das Thema interkulturelle Kommunikation zu unterschätzen.

Das Buch hütet sich jedoch vor Generalisierungen und macht deutlich, dass der „richtige“ Umgang mit verschiedenen Kulturen und Diversität in Organisationen immer anders sein kann. Verallgemeinerungen durch „Patentlösungen“ oder kulturelle Stereotypen wären da der falsche Ansatz. Interkulturelle Kommunikation wird vielmehr dann zum Erfolgsfaktor, wenn sich Toleranz und Akzeptanz von Andersartigkeit mit Führungskompetenz und dem richtigen Blick für das Individuum paart. Dieses Fazit deckt sich mit den Erfahrungen vieler HR-Professionals und Managern weltweit.

Das Buch ist gut strukturiert und erhält durch die vielfältigen Beiträge und Erfahrungsberichte eine angenehme Dynamik, so dass die Lektüre nie langweilig wird.

Praktischer Nutzwert * * * * *
Lesbarkeit/Schreibstil * * * * *
Verständlichkeit * * * * *
Gliederung/Übersichtlichkeit * ** **
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche * * * * *

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