Welche Spielregeln gibt es zu beachten?

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Foto von Samantha Gades

1. Qualität vor Quantität

Es geht nicht um die Anzahl an Bekanntschaften, sondern um die Qualität der Kontakte. „Gute“ Kontakte können Ihnen Vorteile im beruflichen Leben bringen.


2. Vertrauen zählt

Eine erfolgreiche Beziehung, egal ob es sich um eine private oder eine Geschäftsbeziehung handelt, braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Das Wichtigste ist der Aufbau von gegenseitigem Vertrauen. Halten Sie Wort, geben Sie ehrliches Feedback. Wenn ich jemanden kennenlerne und gleich beim ersten Treffen ein Geschäft abschließen will oder eine Empfehlung einfordere, dann werde ich scheitern und mache außerdem einen schlechten Eindruck. Zuerst muss ich mir meine Glaubwürdigkeit erarbeiten. Erst wenn Sie als vertrauenswürdiger Partner wahrgenommen und respektiert werden, können Sie von Ihrem Gegenüber überhaupt etwas erwarten.


3. Geben vor Nehmen 

Beim Networking gilt: Eine Hand wäscht die andere. Also zeigen Sie sich großzügig, wenn es um die Einteilung von Urlauben, die Aufteilung von Arbeitsaufgaben oder auch das Mitbringen von Essen aus dem Supermarkt geht. Gute Kolleginnen beziehungsweise Kollegen springen ein, wenn sie gebraucht werden, denn auf sie ist Verlass. 

Wie knüpfe ich Kontakte im Beruf?


1. Machen Sie Firmenveranstaltungen zu Networking-Events

Firmenveranstaltungen und -ausflüge oder gemeinsam verbrachte Mittagspausen sollten Sie als hervorragende Gelegenheit zum Networking betrachten und keinesfalls auslassen. Gesellschaftliche Veranstaltungen stärken die Verbindungen unter Kollegen. Jemand der nie dabei ist, wenn es lustig wird, findet keinen Anschluss im Team. Mein Tipp: Setzen Sie sich nicht immer zu denselben Leuten, lernen Sie Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen kennen. Kennen Sie bereits eine Person aus einer anderen Abteilung, dann bitten Sie diese, Ihnen noch unbekannte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzustellen. Das erleichtert das Kennenlernen enorm, denn zu zweit oder zu dritt ist es leichter, auf andere zuzugehen. Netzwerken ist ein Kontaktsport – werden Sie selbst aktiv anstatt herumzustehen und zu warten, bis Sie angesprochen werden.


2. Achten Sie auf Ihre Körpersprache

Gehen Sie mit einer positiven Einstellung und einem Lächeln im Gesicht durchs Leben. Wenn Sie lächeln, wird man sich lieber mit Ihnen unterhalten, als wenn Sie eine griesgrämige Miene aufsetzen. Achten Sie bei Veranstaltungen auch darauf, wie Sie mit anderen in Gruppen zusammenstehen. Ob zu zweit, zu dritt oder mit mehreren Personen – öffnen Sie Ihre Gruppe, sodass andere in Ihre Konversation einsteigen können. Sind Sie alleine, so trauen Sie sich auf Gruppen zuzugehen, die sich anderen öffnen – Sie werden willkommen sein und schnell Anschluss im Gespräch finden.


3. Seien Sie unkonventionell!

Der Einstieg für das Gespräch muss nicht immer das Wetter oder das Essen sein. Den typischen Smalltalk führen andere. Fragen Sie beispielsweise Ihre Chefin bzw. Ihren Chef danach, wie es zur Gründung des Unternehmens gekommen ist und welchen Traum sie  oder er sich damit verwirklich wollte. Mit offen gehaltenen W-Fragen können interessante Gespräche entstehen. Auf der Weihnachtsfeier gleich mit Themen wie Gehaltserhöhung, Beförderung oder Abteilungswechsel vorstellig zu werden, ist dagegen unpassend und wirkt wenig sympathisch. Überlegen Sie sich eine spannende Vorstellung. Umreißen Sie kurz und knackig in zwei Sätzen alles Wissenswerte zu Ihrer Person. 


4. Interessieren Sie sich für Ihr Gegenüber

Niemand mag Menschen, die immer nur von sich und ihren Erfolgen reden. Eine offene, interessierte Haltung kommt dagegen bei Kollegen und Vorgesetzten gut an. Lassen Sie sich auf Ihr Gegenüber ein und lernen Sie ihn kennen. Beim Networking geht es nicht darum, was Sie wissen oder wen Sie kennen, sondern darum, wie gut Sie einander kennen. Hören Sie aufmerksam zu, wenn Ihr Gegenüber von seinen Wünschen und Sorgen erzählt – so erfahren Sie, wie Sie ihm am besten helfen können. So können Sie beispielsweise Personen vernetzen, von denen Sie glauben, dass Sie füreinander spannend sind.


5. Schließen Sie sich einem Netzwerk an

 

Wenn Sie in einem kleinen Team oder Unternehmen arbeiten, kann ein Unternehmernetzwerk sinnvoll sein, um Ihre beruflichen Kontakte in Ihrer Branche zu erweitern. Die Auswahl ist groß – ob Netzwerke für bestimmte Berufsgruppen, Frauennetzwerke oder Netzwerke für Jungunternehmer, jede/r kann sich suchen, was ihren bzw. seinen Bedürfnissen am besten entspricht. Die regelmäßig stattfindenden Treffen mit Gleichgesinnten bieten die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen und gegenseitiger Unterstützung.

Wie pflege ich meine beruflichen Kontakte?


1. Geben statt nehmen

Tun Sie Ihren Kollegen immer wieder mal etwas Gutes! Nehmen Sie beispielsweise einen selbstgebackenen Kuchen mit oder legen Sie bei Ihrem Chef oder Ihrer Chefin ein gutes Wort für Kollegen ein, wenn diesen etwas gut gelungen ist. Denn Netzwerken bedeutet immer zuerst Geben. Das Ziel von Netzwerken und Beziehungspflege ist es, für andere einen Mehrwert zu erbringen. Man bietet eine gute Unterhaltungen, gute Kontakte oder Leistungen – um später zu gewinnen. Kontakte knüpft man, um Beziehung aufzubauen, von denen auch der andere etwas hat. Der Leitsatz lautet: Wer gibt, gewinnt.


2. Authentizität gewinnt 

Bei allen Tipps: Bleiben Sie authentisch. Die viele Zeit, die Sie im Job verbringen, sollen Sie auch Sie selbst sein können oder keine Rolle spielen müssen. Liefern Sie keine Showeinlage, wenn Sie eher zurückhaltend sind. Trumpfen Sie nicht nur dann mit großen Sprüchen auf, wenn alle hinsehen. Das durchschaut man schnell. Bleiben Sie sich selbst treu, das kommt bei allen Bemühungen, im Job gut anzukommen, noch immer am besten an.


3. Bleiben Sie in Kontakt

 

Verlinken Sie sich mit Ihren Kolleginnen und Kollegen auf Xing, LinkedIn oder Facebook. So können Sie auch nach einem Jobwechseln weiterhin in Kontakt bleiben und verlieren sich nicht so leicht aus den Augen. Online-Netzwerke sind eine gute Möglichkeit, sich zu vernetzen. Persönliche Treffen oder Anrufe ersetzen sie jedoch nicht. Um nicht in Vergessenheit zu geraten, sollten Sie regelmäßig von sich hören lassen. Schließlich wollen Sie nicht erst dann Kontakt mit anderen Leuten aufnehmen, wenn Sie ihre Hilfe brauchen.