Auch wenn die Bedeutung der vorliegenden Hacks vor allem für das Contracting in der Personaldienstleistungsbranche groß ist, lassen sich diese Hacks auf alle möglichen HR-Themen übertragen. Denn die Telefonkompetenz – das offene, direkte Miteinander – sollte im digitalen Zeitalter nicht in Vergessenheit geraten.

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Photo by Caspar Camille Rubin
o Entziehen Sie sich dem Mythos „Alles auf Knopfdruck“

Im modernen digitalen Zeitalter unterwerfen sich viele dem Mythos der allumfassenden Automatisierung, was zwingendermaßen zu der Annahme führt, dass man weniger direkte Gespräche, und damit auch Telefonate, führen müsse und erklärungsbedürftige Produkte nicht mehr erklärt werden müssten. Dies basiert wiederrum auf dem Paradigma, dass sich heute Jedermann selbst informieren könne, ohne dabei zu bedenken, dass der Dialog und aktives Zuhören verbinden.
Der Vertrieb, sowie HR, leben aber nach wie vor von Zwischenmenschlichkeit! Verkaufen muss man auch heute noch im Gespräch, insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten verhält es sich so. Denken Sie daran: Wer fragt, der führt. Schaffen Sie durch ein direktes, gut vorbereitetes Gespräch sofort für mehr Klarheit und Verbindlichkeit.
Hier einige Fragen zu Ihrer Orientierung: Fragen möchten Sie stellen? Sprechen Sie am Telefon mit dem Entscheider/ der Entscheiderin? Wie sieht der Entscheidungsprozess aus? Welches Budget steht für Eure Abwicklung zur Verfügung?

o Verlassen Sie sich nicht auf die „Recherche danach“

Haben Sie Mut, nach der Funktion und den Aufgaben Ihres Ansprechpartners/ Ihrer Ansprechpartnerin zu fragen. Stellen Sie Sachverhalte zu Beginn des Gesprächs klar, und verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie relevante Informationen im Nachgang recherchieren. Auf diese Weise ersparen Sie sich viele Minuten bis Stunden Extraarbeit.

o Eliminierung der Phantomfrage – Supervision durch sich und andere

Sie fragen sich, wie Sie Ihre Telefonkompetenz verbessern können? Auch wenn es einige Überwindung kostet: Hören Sie sich selbst zu! Scheuen Sie sich nicht, Ihre Gesprächsanteile aufzunehmen und unterziehen Sie sich selbst einer kritischen Supervision. In diesem Prozess legen Sie eine steile Lernkurve hin. Schnell wird Ihnen auch auffallen, welche Fragen sie in der Tendenz vergessen zu stellen. Notieren Sie sich die wichtigsten Ergebnisse als Learnings, und halten Sie die Notiz bei Ihrem nächsten Gespräch vor Ihre Augen.
Eine andere Möglichkeit wären sogenannte „Telefonparties“, die Sie heute problemlos über Videocalls durchführen können. Treffen Sie sich mit vertrauenswürdigen KollegInnen online, stellen Sie Ihr Gespräch auf „laut“ und lassen Sie Ihre KollegInnen hilfreichen und wertschätzenden Feedback für Sie notieren.

o Jeder Dialog ist eine Chance – Hinterfragen Sie, anstatt von Annahmen auszugehen

Oftmals wird sich in Gesprächen nicht mehr aktiv zugehört, der intensive E-Mail-Verkehr im digitalen Zeitalter trug dazu offensichtlich bei. Halten Sie sich vor Augen, nicht von Annahmen auszugehen, sondern hinterfragen Sie sich selbst und Ihren Gesprächspartner/ Ihre Gesprächspartnerin.
Ihre eigenen Annahmen können dazu führen, dass Sie sowie Ihr Gesprächspartner/ Ihre Gesprächspartnerin fälschlicherweise auf die Zusammenarbeit, das Produkt, die Angebote und Nicht-Aktivitäten schließen.
Denken Sie also daran: Jeder Dialog ist eine Chance – das Lernen, schlauer aus einem Gespräch herauskommen als man das Gespräch betreten hatte: Das sollte Ihr Ziel sein.
o Entwickeln Sie einen gesunden Durst nach Wissen auf dem Gebiet der Telefonkompetenz
Neben den Selbstaufnahmen und supervidierenden Telefonparties haben Sie außerdem einen breiten Fundus an Wissen, der heute kostenlos und nur einige Klicks von Ihnen zugänglich ist: Bücher, Podcasts, externes Coaching wären nur einige Möglichkeiten, Ihr theoretisches Wissen zu erweitern.
Insbesondere externe Coaching eignen sich gut dafür, um Ihre Gruppendynamik unter den KollegInnen aufzubrechen und für einen objektiven Blick auf Ihre Leistungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Talente zu gewinnen.

o Fleiß geht über Talent

Verlassen Sie sich nicht auf Talent, sondern eignen Sie sich das „Growth Mindset“ an. Wenn Sie an sich arbeiten, Ihre Kundenkontakte aktiv pflegen und eine liebevoll-hartnäckige Haltung sich selbst gegenüber bewahren, dann erreichen Sie große Milestones, selbst bei schwierigen Startbedingungen. Dies gilt nicht nur für Ihre Telefonkompetenz, sondern auch für andere Bereiche Ihrer Karriere und andere Aspekte der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen.