# Rob Hirt – Blinde Flecken im Recruiting

*https://www.hrm.de/blinde-flecken-im-recruiting/ — 2025-10-08*

## **Wer ist [Rob Hirt](https://www.hrm.de/mitglieder/robhirt/)?**

- Arbeitet bei **Hokify**, einer österreichischen Jobplattform.
- Verantwortlich für **Partner Management** (Agenturen & Mediaagenturen).
- Ziel: Recruiting-Strategien entwickeln, die *alle* Zielgruppen berücksichtigen – nicht nur White Collar.

## **Zentrale Erkenntnisse & Inhalte**

### **1. Der blinde Fleck im Recruiting**

- **80 % der Jobs** in Deutschland sind **nicht akademisch** geprägt.
- Trotzdem konzentriert sich HR-Kommunikation stark auf White-Collar-Themen wie:
  - Homeoffice
  - Work-Life-Balance
  - Employer Branding im Büro-Kontext
- **Blue Collar** (Pflege, Handwerk, Logistik etc.) ist stark **unterrepräsentiert**, obwohl diese Berufe die Basis der Gesellschaft bilden.

### **2. Der „Do-it-Jobs Report“**

- Hokify hat 2024 eine **Studie** durchgeführt, um die **Bedürfnisse und Wechselgründe** von Blue-Collar-Arbeitenden zu verstehen.
- Fokus: *„Was motiviert, was belastet und was fehlt?“*

### **3. Erkenntnisse aus dem Report**

- **Motivation:** Viele arbeiten, weil sie ihre Arbeit *gerne machen* – nicht wegen Status oder Geld.
- **Wechselgründe:**
  - **Körperliche Belastung** (z. B. Bäckerin mit Staublunge, Koch mit Hautproblemen)
  - **Finanzielle Sorgen** („Ich weiß nicht, wie ich die nächste Rechnung zahlen soll“)
  - **Fehlende Entwicklungsperspektiven**
- **Fehlende Infrastruktur** für Karrierewechsel:
  - Kein LinkedIn/Xing für Blue Collar
  - Wenig Hilfestellung bei Bewerbungen
  - Geringe Sichtbarkeit alternativer Joboptionen

### **4. Recruiting-Kanäle: Wo sind die Blue Collar Kandidat:innen?**

- **Facebook**: noch relevant, aber eher für ältere Zielgruppen (Ü45).
- **Tiktok & Snapchat**: entscheidend für junge Arbeitnehmer:innen (<35 Jahre).
- **Google & Social Search**: Stellenbörsen allein reichen nicht mehr – es wird *gesucht, nicht gesurft*.
- **Video-Content** funktioniert am besten: Emotion, Echtheit, schnelle Aufmerksamkeit.

### **5. Employer Branding für Blue Collar**

- Authentizität > Hochglanz-Marketing
- Zeigt **echte Mitarbeiter:innen** und **reale Arbeitssituationen**
- Beispiele:
  - Handwerksbetrieb mit „Vier-Tage-Woche“-Plakat → hohe Wirkung durch Einfachheit und Greifbarkeit
- **Kleine Gesten zählen:** Fotos, kurze Clips, echte Stimmen aus dem Betrieb.

### **6. Veränderung braucht Bewusstsein**

- Ziel ist nicht nur Recruiting, sondern **Bewusstsein schaffen**, dass Blue Collar:
  - systemrelevant ist,
  - andere Bedürfnisse hat,
  - genauso Employer Branding verdient.
- Unternehmen müssen verstehen: „Ohne die im Maschinenraum läuft gar nichts.“

## 💬 **Schlussgedanke**

> „Der Mensch ist der wichtigste Erfolgsfaktor – und das gilt besonders für jene, die täglich anpacken.“  
> – Rob Hirt
