# Besetzung des &#8222;Arbeitsdirektors&#8220; der DB &#8211; Kommentar der HR Alliance

*https://www.hrm.de/besetzung-des-arbeitsdirektors-der-db-kommentar-der-hr-alliance/ — 2012-03-16*

Gerade schneite mir der Kommentar der HR Alliance zur Besetzung des Postens des  
 Arbeitsdirektors bei der Deutschen Bahn durch Herrn Norbert Hansen ins Postfach und ich dachte, das sollte ich mit Ihnen teilen, da ich es nicht besser hätte schreiben können:   
   
 "Besetzung der Funktion des Arbeitsdirektors bei der Deutschen Bahn  
 ist ein falsches Signal  
 Die Human Resources Alliance – ein Zusammenschluss führender, innovativer Initiativen der Personalarbeit  
 in Deutschland - die sich für Fortschritt im System Arbeit stark macht, nimmt Stellung  
 zur Besetzung der Funktion des Arbeitsdirektors bei der Bahn:  
 In drei Aspekten ist die Berufung von Norbert Hansen als Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn AG  
 aus Sicht der HR Alliance ein falsches Signal mit negativen Auswirkungen nicht nur auf das Unternehmen  
 Deutsche Bahn, sondern auch auf das System Arbeit in Deutschland:  
 1. Die zeitliche Nähe des Tarifkonfliktes sowie der Zustimmung der von Norbert Hansen geführten  
 Gewerkschaft zur Privatisierung zu seiner Bestellung zum Arbeitsdirektor legt die  
 Vermutung nahe, dass hier ein Arbeitnehmervertreter für Wohlverhalten honoriert wurde.  
 Diese Entscheidung ist zumindest instinktlos und wirft ein weiteres negatives Schlaglicht auf  
 die mangelnde Sensibilität gegenüber Interessenskollisionen in Deutschland. Eine international  
 durchaus auch kritisch gesehene deutsche Mitbestimmungsstruktur gerät dadurch tiefer  
 in die Diskussion.  
 2. Vor dem Hintergrund dieser Personalentscheidung stellt sich die Frage, ob Personalchefs in  
 Deutschland sich auf die Rolle eines Arbeitsdirektors reduzieren lassen dürfen. Dem Anforderungsprofil  
 eines modernen Personalchefs in einem zunehmend international agierenden,  
 und demnächst auch börsennotierten Großkonzern, der globale Arbeits-, Finanz-, und Kundenmärkte  
 zu bedienen hat, wird man mit einem einseitigen Erfahrungsprofil nicht gerecht.  
 Insofern ist diese Personalentscheidung auch symptomatisch für die zunehmende Aushöhlung  
 einer Personalarbeit, die eigentlich Schlüsselfunktion für Geschäftserfolg sein sollte.  
 (Auch ich dachte übrigens das man "Arbeitsdirektoren" nur noch in der Stahlindustrie meiner Heimat des Saarlandes findet und dar auch nur noch in der Umgangssprache und nicht auf der Visitenkarte des Personalchefs)   
 3. Für die aktuelle Diskussion rund um Corporate Governance Strukturen sind solche Entscheidungen  
 ein weiteres Negativbeispiel. Wie können Unternehmen, ihre Aufsichtsorgane  
 und Tarifpartner dauerhaft solche wahrgenommenen Interessenkollisionen vermitteln? Die  
 Glaubwürdigkeit aller Akteure gegenüber der Belegschaft, aber auch gegenüber Gewerkschaftsmitgliedern  
 wird auf diese Weise nachhaltig beschädigt und ein konstruktiver Interessenausgleich  
 erschwert."  
   
 Wie ist denn die Meinung hierzu bei Ihnen als Personaler?   
   
 Hinter der HR Alliance stehen übrigens der Goinger Kreis, die Selbst-GmbH und der dapm e.V.   
   
 Beste Grüße  
   
 Alexander Petsch
