Barbara Wietasch: Kongress-Tagebuch 1. Halbjahr 2013 – meine Highlights (“WoMenPower” / “Petersberger Trainertage”)

black floor lamp on living room sofa
Foto von Toa Heftiba

Petersberger Trainertage 2013 (PTT) 


… lief unter dem Motto „Hirn, Herz. Haltung. Personalentwicklung mit Sinn”.
Angestoßen werden sollte eine Diskussionsplattform für Trainer – rund um das Thema “Denken, Lernen, Führen”.

Im Zentrum dieser PTT stand die Auszeichnung von Tony Buzan mit dem Life Achievement Award (LAA) für die Erfindung des „Mind Maps“, die der britische Mental Trainer vor rund 40 Jahren entwickelte, und die heute millionenfach genutzt wird. Rund 500 Besucher verfolgten die Ehrung auf dem Petersberg am 19. April 2013.

MEINE PERSÖNLICHEN HIGHLIGHTS:
 

Keynote: Lene Gammelgaard.
Thema: “Über innere Grenzen gehen – auf dem Weg nach oben”

Lene Gammelgaard ist Juristin, Journalistin und Psychotherapeutin. Mit ihrer Beratungsfirma ‘Lene Gammelgaard Consult’ ist sie auf Personalentwicklung im Rahmen von Innovation und Kampfgeist spezialisiert. Die 1961 geborene Dänin hat als professionelle Bergsteigerin einige der höchsten Gipfel der Welt bestiegen und war die erste Frau Skandinaviens auf dem Mount Everest. 1996 überlebte sie dort nur knapp einen Schneesturm, bei dem einige ihrer Expeditionskollegen ums Leben kamen. In diesem  Vortrag beschreibt sie ihre Erfahrungen am Berg und überträgt diese auf die Unternehmenswirklichkeit. Ein wirklich spannender Vortrag, vor allem, …

… dass man immer wieder eine Route zurückgehen muss, um im Basislager neue Kräfte zu sammeln.

Die etwas andere Keynote:
Shi Xing Mi. Thema:
Der Shaolin-Effekt

Die eigene Energie spüren. Konzentriert und zugleich gelassen sein. Auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. Sinn erleben und weitergeben. Teams überzeugend führen. Nicht durch Anmaßung, sondern durch Ausstrahlung. Flexibel Ziele im Auge behalten durch die Kraft innerer Konzentration und Klarheit. Wertebewusstsein statt äußere Ablenkung. – Dies sind nur einige Aspekte des sogenannten Shaolin-Effekts, der Fähigkeiten empowert, die in unserer Hochleistungsgesellschaft zwar oft gefordert, aber nur selten erreicht werden. Zusammen mit Claudia Maurer, die ich persönlich aus meiner NLP Ausibldung kenne, zeigt Shi Xing Mi die Lösungswege einer weit mehr als tausend Jahre alten Kultur anhand kurzer Übungen und einschlägiger Beispiele. 

Workshop: ‘Pole Position – Personal Brand®.
Die 7 + 1 Stufen zur emotionalen Marke’

Beide Workshop-Trainerinnen kenne ich persönlich und sie haben sich zu dem Thema Positionierung und der Weg zum Erfolg über die Heldenreise einem höchst interessierten Publikum gezeigt. Das Angebot an dieTeilnehmer des Workshops war, ihr Thema, ihre ‘Markenseele’ zu finden und authentisch zu entwickeln. Ziel ist dabei eine erfolgreiche und nachhaltig sichtbare Positionierung, ein „Emotional Brand®“. Mit Hilfe des Modells ‘Business Hero’ sind die Teilnehmer eingeladen, in eine emotionale Heldenreise zu starten. Gemeinsam wurden dabei folgende Fragen diskutiert:

· Welche Herausforderungen erwarten Sie auf dem Weg?
· Woran erkennen Sie (und Ihre internen und externen Kunden),
  dass Ihr „Emotional Brand®“ kongruent und in Ihrer Umgebung angekommen ist?
· Woran erkennen Sie, dass es Zeit für den Aufbruch zu einer neuen Heldenreise ist?

Referentinnen: Angelika Höcker und Greta Andreas, Höcker Networks

“WoMenPower 2013”- Karrierekongress
für Männer und Frauen im Beruf


Das war los:

Mit rund 1.300 Teilnehmern stellte sich die WoMenPower 2013 mitcirca 80 Ausstellern auf zwei Ebenen im Convention Center vor, dem Herzen der Hannover Messe.
Mein erstes persönliches Fundstück: Die Überschrift einer Keynote lautete „Das Wachstum der Zukunft ist weiblich“
. Dies gilt auch für die Gegenwart

Das Programm – starke Persönlichkeiten:

Bevor es in die 35 Workshops und Seminare zu den Themen Berufseinstieg/Wiedereinstieg, Führung und Kommunikation, Beruf/Karriere/Aufstieg und Vielfalt der Talente ging, gab es im Plenum zunächst Impulsvorträge und sowie eine Podiumsdiskussion zu verfolgen. Die bekannte Autorin und Coach Sabine Asgodom moderierte die Veranstaltung mit spitzer Zunge.

Ebenfalls humorvoll – und nicht ohne die ein oder andere ironische Spitze – hielt Elke Strathmann – Vorstandsmitglied der Continental AG – ihre Keynote zum Thema „Diversity – Die Continental-Sicht der Dinge“. Sie berichtete über den Weg des Konzerns zu einem größeren Frauenanteil bei Führungskräften. „Eine höhere Geschlechter-Vielfalt in Vorständen und Geschäftsführungen führt zu besseren Betriebsergebnissen“, erklärte Strathmann.

Professor Klaus F. Zimmermann – Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit – erklärte, warum Familienpolitik in Zukunft ein immer wichtigerer Teil der unternehmerischen Wettbewerbspolitik sein werde. „Wir verschenken Potenziale“, sagte er …[..] Schließlich werde der demographische Wandel unweigerlich zu einem Mangel an Fachkräften führen, der wiederum durch Frauen gedeckt werden könne. 

Interessantes Thema vom Tellerrand des HR: Die beiden Keynote-Speaker diskutierten auch gemeinsam mit Alf Henryk Wulf ,Vorsitzender des Vorstands bei Alstom Deutschland, Professorin Martina Schraudner von der Technischen Universität Berlin und Frank Hohenadel, Senior Vice President Group Performance Development bei der Deutschen Telekom zu dem Thema  „Internet der Dinge – Innovationsdynamik für eine neue Arbeitswelt.“ 

Brüssel meldete sich …

Zur Einstimmung lief eine Videobotschaft aus Brüssel über die Leinwand. Viviane Reding – Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft, hatte eigens für WoMenPower 2013 einige Botschaften. „Wir brauchen weibliches Talent“, sagte Reding und verteidigte die Quote, die nötig sei, um die enorme Verschwendung von Talenten in den Aufsichtsräten zu stoppen. Reding:

„Ich bin kein Fan von Quote,
aber ich bin ein Fan der Ergebnisse,
die die Quote bringt.“

DER Keynote-Speaker zum Schluss:
Richard de Hoop aus Holland: 

In einem mitreißenden Vortrag verbindet er die Themen Teambuilding, Teamrollen, Typologien von Belbin mit den Metaphern aus einem Orchester. Er nutzt Musik als Metapher und Inspirationsquelle für Unternehmen und unternehmerisches Zusammenspiel. Er vergleicht die Charaktere von Menschen mit Musikinstrumenten, um ihre Vielfalt und Bandbreite darzustellen. So ist z. B. die Trommel ein aktiver, motivierter und handlungsorientierter Tempomacher, das Horn wiederum ein gut beobachtender, unauffälliger Teamspieler. Beide sind wichtig für ein erfolgreiches Team! Richard de Hoop arbeitet mit insgesamt acht Instrumenten zur Zuordnung der einzelnen Charaktere. Die Hauptbotschaft seines inspirierenden, leidenschaftlichen Vorträge ist: Nur das freudvolle Zusammenspiel des Orchesters, der Mitarbeiter, unter der Leitung motivierender Dirigenten, der Vorgesetzten, führt zu einem optimalen Klangerlebnis und einer Höchstleistung des gesamten Ensembles.

Ja und dann bringt er den gesamten Saal zum Singen und knackt die 100 Dezibel Marke.
Standing Ovation – ein gelungener Abschluss.

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