Anleitung für Twitter

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Foto von Alesia Kazantceva

Für viele Personaler ist Twitter kein Thema in Sachen Recruiting. Zwar hört man allerorten wie toll es doch wäre, aber genauso viele Stimmen finden den Dienst nur überflüssig. Oft haben sich Kollegen oder man selbst, sich sogar schon einmal dort angemeldet. Aber es war nicht das was man erwartet hat. Auf der anderen Seite wiederum, hört man von Erfolgsstorys. Was also ist dran an Twitter?

Zunächst einmal kann ich ein paar Dinge vorwegnehmen:

– Twitter funktioniert
– Mit Twitter kann man erfolgreich Rekrutieren
– Twitter hält mehr als was es verspricht

Das Problem ist, dass alles mit dem richtigen Einstieg bei Twitter steht oder fällt. Sind wir mal ehrlich, die Anmeldung ist einfach. Aber dann steht man vor dem großen Nichts. Wer soll bitteschön meine Nachrichten (Tweets genannt lesen?) Und wie bekomme ich überhaupt Follower? (Also Leser/Kontakte)

Tatsächlich beginnt alles schon bei der Anmeldung. Tatsächlich ist das was und wie ich es ausfülle enorm wichtig, um später tatsächlich Erfolg zu haben. Das beginnt beim Bild und dem Namen und hört noch nicht bei der Selbstbeschreibung auf.

Das Anmeldeformular bei Twitter:

Name & Username

Als Personalabteilung nutze ich immer den Firmennamen. Am besten allerdings im Zusammenhang mit dem Wort Job oder Personal. Also z.B. Siemens-Jobs oder Siemens-Personal. Wobei das Wort Job erste Wahl sein sollte, aus Gründen des gefunden werdens. Sowohl bei Twitter, als auch bei anderen Suchmaschinen. Wenn jemand nach dem Namen auf Twitter sucht und der Username entspricht nicht dem Klarnamen, wird man trotzdem gefunden. Außerdem kann es gut sein, dass eine andere Abteilung auch twittern möchte. Dann geht der Streit los, wenn der Firmenname, also ohne Zusatz, schon vergeben ist. Und zwar durch die Personalabteilung.

Link setzen

Das Feld More Info URL, in der Anmeldemaske bietet die Möglichkeit eine Website einzutragen. Hier sollte unbedingt die eigene Jobseite drin stehen. Idealerweise verfügen Sie sogar über eine seperate Microsite, die von Ihrer Firmenwebsite losgelöst ist und auf Ihre Belange programmiert wurde. Das bietet nicht nur die Möglichkeit für Besucher des Profils sich über weitere Jobs zu informieren, sondern ist ein wichtiger Faktor für eine gelungene HR-SEO, der Suchmaschinenoptimierung.

Über uns

Ein Feld namens One Line Bio macht es möglich, dass man eine 160 Zeichen lange, bzw. kurze, Beschreibung abgeben kann. Auch diese ist wichtig, wird aber von den meisten einfach nicht eingetragen. Ein Riesenfehler. Denn es gibt 3 wichtige Gründe die dafür sprechen:

– Als Info für den besucher meines Twitter-Profils. Das Bild und eben diese Info ist erstmal alles, was die potentiellen Follower/Kontakte zu sehen bekommen. Ist da kein Hinweis wer oder was hinter dem Account steht, verliert man schnell das Interesse

– Es gibt Twitter Suchmaschinen. Und die werden genutzt. jeden tag mehr. Um dort gefunden zu werden, ist es wichtig relevante Infos als Stichwörter in der Beschreinung einzutragen. Wo die Suchmaschine nichts lesen kann, kann sie auch nichts finden und somit wird man auch nicht gefunden.

 – In den Suchmaschinenergebnissen, auch bei Google!- erscheint ein Ausszug genau dieser Bio, also Kurzbeschreibung in den Trefferlisten. Es wäre Wahnsinn sich diese Personal-PR durch die Lappen gehen zu lassen. Kostenlose PR bei google und Co. Außerdem verstärkt es wiederum die Wichtigkeit des oben angesprochenen Links, der ja auch in Ihrem Profil steht. SEO sei Dank, nun werden diese Seiten auch wieder ein kleines mehr geliebt von den Suchmaschinen. Sie helfen also Ihrer eigenen Unternehmens-Karriere-Website damit. Nicht schlecht, oder?

Wer, was und jetzt noch wo

Das Feld Location bietet die Möglichkeit den Standort einzutragen. Bitte machen Sie das. Da gehört immer das Land und die Stadt rein. Oder sogar die Koordinaten. Was viele nicht wissen,es gibt Webdienste, die grafisch und per Link darstellen, wo gerade getwittert wird, oder welche Firmen einen Twitteraccount besitzen, oder sogar, welche Firmen Jobs twitter. Na, dämmert es? Klar, die setzen dann einen Link auf Ihren Account. Mehr potentielle Besucher, wieder ein Link mehr auf den Account und den von Ihnen vorher angegebenen Link zu Ihrer Karrierewebsite usw. Google hat uns alle lieb. Solange wir Links generieren.

Zutritt verweigert

Weiter unten in der Anmeldung gibt es ein Auswahlkästchen, das Sie bitte niemals anklicken. Dort steht: Protect my updates und bedeutet nichts anderes, man nur Ihre Nachrichten lesen kann, wenn man Sie vorher um Leserecht bittet. MAcht keinen Sinn und ist mal gedacht gewesen für junge Mädchen, die sich als Freundinnen über die Jungs unterhalten wollten. Aber Twitter ist heute eben mehr, und Sie wollen ja gelesen werden, oder?

Das Bild

Für Sie als Personaler im Auftrag des Unternehmens heißt es hier zum Logo zugreifen. Das Bild wird im Account später in den Maßen 73pixel x 73pixel angezeigt. Allerdings kann jeder das Bild anklicken und es öffnet sich eine größere Version, falls man diese vorher auch entsprechend gespeichert hat. Also, das bild mit dem Logo bitte von Anfang an, einfach in 150 pixel x 150 pixel hochladen.

Jetzt geht es los

Zunächst sollten Sie Ihren Account mit ein paar Tweets füllen. Aber Vorsicht. Hier gilt es Mehrwert zu bieten. Also nicht: Wir sind ein toller Laden und suchen Mitarbeiter. Suchen Sie sich im Vorfeld ein Thema das thematisch zwar zu Ihrem Unternehmen passt, aber nicht jedesmal mit Jobs zu tun hat. Die schieben Sie nämlich nachher unter. Und ganz wichtig: Die Leser wollen Links zum anklicken haben. Keinen puren Text! Googeln Sie einfach nach passenden Themen und greifen Sie News aus der Online Presse auf.

Wenn Sie was gefunden haben, schreiben Sie eine Art Headline. Kurz und prägnant. Diese sollte nicht mehr als 114 bis 119 Zeichen enthalten. Jetzt werden Sie sich fragen, warum. Ist es nicht so, dass man 140 Zeichen zur Verfügung hat? Stimmt schon, aber Sie müssen ja noch den Link unterbringen zu der Seite, wo Sie eine interessante Info gefunden haben. Und jetzt passiert noch etwas. Scheune Sie sich mal die Webadressen solch einer Seite mal an. Wenn Sie also z.B. bei Spiegel Online etwas interessantes gefunden haben, dann endet die Adresse mit einer Unmenge Zeichen und Zahlen. Die Adresse alleine würde schon einen Link ergeben, der die 140 Zeichen erschöpft. Wie also twittern?

Dafür gibt es Hilfen. Die URL, also die angezeigte Webadrese in Ihrem Browser, kopieren Sie indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Webadresse in der Browserleiste klicken. Dann kopieren (oder STRRG und C drücken) und bei einem der Dienste die solche URL´s verkürzen, mittels rechter Maustaste wieder einfügen (oder STRG und V drücken). Dann Enter drücken und schon hat man eine kurze URL, die zum Gleichen Ziel führt, aber nur 20 oder 25 Zeichen besitzt. Die kopieren Sie dann wieder und fügen diese am Schluss Ihrer Twitternachricht ein. Das wäre es auch schon. Ihr erster, hoffentlich interessanter Tweet ist fertig.

Wenn Sie jetzt einen Job tweeten wollen, dann machen Sie Gleiches. Sie können z.B. einfach den Jobtitel, PLZ Ort, Land und vielleicht eine kurze Info schreiben, und gehen dann auf die Ihre Website wo der Job gelistet ist. Dort kopieren Sie die Adresse und verkürzen diese. Anschließend diesen kurzen Schnipsel einfügen, fertig! Und schon haben Sie Ihren ersten Job getweetet. Das kann man noch wesentlich optimieren, beschreibe ich aber dann an anderer Stelle.

Und wer soll das lesen?

Die Jobs werden von Suchmaschinen gefunden, die extra auf Twitter ausgerichtet wurden. Aber damit erreichen Sie ja wieder nur die Aktiv Suchenden. Und das wollen Sie ja eigentlich gar nicht. Denn dafür schalten Sie ja schon Anzeigen sonstwo. Was Sie brauchen sind echte Follower. Also Kontakte die lesen was Sei schreiben. Und wenn denen das gefällt, tragen diese das weiter an deren Follower usw. Sie kennen die Legende vom Schachbrett und dem Reiskorn? Ja, die Potenzierung einzelner News sind die macht und Kraft des Microbloggings wie Twitter.

Um Follower zu bekommen, ist es der einfachste Weg, erst einmal selber Follower zu werden. Twitter macht einem da aber das Leben schwer und so ziemlich alleine. Gerade der Anfang ist bei Twitter in einen dunklen Neben gehüllt, weil ganz ohne Kontakte ist man quasi hilflos. Das ist evben auch ein Grund, warum so viele es doch wieder aufgeben. Die kommen gar nicht erst in den genuss zu erleben, welche Macht dahinter steckt.

Sie machen das aber schlauer. Denn Sie nutzen jetzt erst mal ein paar gestandene Twitterer und folgen diesen. Zusätzlich, klicken Sie auf die Liste der Follower, die eben diesem Twitterer ebenfalls folgen. Dort klicken Sie einfach mal ein paar Menschen an und folgen diesen. Sie werden sehen, das einige sozusagen “zurück-folgen”. Tata…damit sichern Sie sich die ersten Follower.

So sieht dann die Liste meiner Follower aus, wo man einfach auf den Follower Button klicken kann. Fährt man mit dem Cursor über den namen oder das Bild, wird die Bio, die Kurzbeschreibung angezeigt. Sofern der- oder diejenige das auch eingetragen hat. Sie sehen, wie wichtig das auch hier ist. Sie wollen ja nicht jeden zum Kontakt aug Biegen und Brechen. Ich will sehen mit wem ich es zu tun habe.

Damit Sie also zunächst ein paar Follower finden, können Sie sich mal bei den folgenden Accounts “bedienen”. Wir alle, haben mit Job und Karriere oder Reputation zu tun. Unsere Follower sind also auch interessant für Sie, da sich diese Menschen mit dem Thema Job auseinandersetzen. Klar, ich twitter und blogge darüber, also interessieren sich auch meine Leser dafür. Also folgen Sie uns und probieren Sie sich selbst beim aktivieren von Followern unter folgenden Accounts:

Thorsten zur Jacobsmühlen (das bin ich)
Klaus Eck (Online Reputation für Personen und Firmen)
Jochen Mai (Karrieretipps)

Wenn Sie mehr dazu lesen möchten, kann ich Sie nur herzlich einladen, Leser meines Blogs zu werden. Klicken Sie einfach hier auf blogaboutjob.de Ich gebe nicht nur News aus Job, Karriere und Recruiting, sondern auch Tipps für Ihren Erfolg als Personaler. Dazu gehört auch eine Schritt für Schritt Anleitung für Twitter und andere Social Networks. Wenn Sie Fragen haben oder sich mit den Chancen von Social Media in Ihrem Unternehmen beschäftigen, rufen Sie mich doch einfach an. 0177/2912868 (Deutschland) Und nun viel Spaß bei Twitter.

Sebastian Ofer

Chefredakteur bei HRM Research Institute

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