„Wir begreifen unsere Mitarbeiter als wesentlichen Bestandteil des Unternehmenserfolges“, sagt Thomas Geltenpoth, Pflegedirektor des Klinikums. Seit 1994 ist er beim Klinikum Koblenz beschäftigt, das damals noch aus zwei unabhängigen Krankenhäusern bestand: dem Krankenhaus Marienhof und dem Brüderkrankenhaus St. Josef. Die Entstehungsgeschichte und die jeweilige Trägerschaft durch einen Orden – die Schwestern vom Heiligen Geist und die Barmherzigen Brüder Trier e.V. – weisen zahlreiche Parallelen auf. So lag es nahe, sich zusammen zu schließen: Im Jahr 2001 war es soweit.
Seit der Fusion ist das Klinikum mit seinen rund 500 Betten ein Schwerpunktkrankenhaus in Koblenz. Die Unternehmensphilosophie hat mit dem Zusammenschluss und der neuen Geschäftsführung von Ludwig Karl, Bruder Alfons, Maria Michels und Werner Hemmes den heutigen Kurs eingeschlagen: Transparenz wird groß geschrieben in dem Krankenhaus, das die Geschäftsleitung mit Hilfe einer Balanced Scorecard führt. Gradmesser des Erfolgs sind immer die Mitarbeiter.
So auch bei der Auszeichnung des Great Place to Work Institutes, der eine umfangreiche Mitarbeiterbefragung voranging. Die Angestellten des Krankenhauses bewerteten das Unternehmen anhand von Kriterien wie Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz oder Teamorientierung und kamen zu sehr positiven Ergebnissen: Die Führungsebene leite das Unternehmen kompetent und sie vertraue auf die gute Arbeit ihrer Mitarbeiter, ohne diese ständig zu kontrollieren. Den Mitarbeitern begegne das Klinikum mit Respekt - ohne Ansehen von Nationalität, Herkunft oder auch einer Behinderung. Mehr als 93 Prozent sagten, dass sie gerne im Klinikum Koblenz arbeiteten und ihre Arbeit nicht nur als Job ansähen.
Das Direktorium hat Grundsätze erarbeitet, die die Vorgesetzten den Mitarbeitern vorleben sollen. In Workshops lernen die Führungskräfte, wie sie zum Vorbild werden und die Grundsätze für jeden Mitarbeiter spürbar und erfahrbar machen. Es gehört zum Leitbild des Katholischen Klinikum, alle Angestellten an Entscheidungen zu beteiligen. „Wir haben Modelle, die einer breiten Mitarbeiterschicht eine finanzielle Beteiligung ermöglicht. Aber wir beziehen unsere Mitarbeiter hauptsächlich bei der strukturellen Weiterentwicklung des Klinikums mit ein“, erläutert Geltenpoth die Philosophie des Hauses. Als ein Beispiel dafür erwähnt der Pflegedirektor die Baumaßnahmen, die aufgrund von steigenden Patientenzahlen derzeit sehr häufig auftreten. Ob es um den Umbau einer Intensivstation, die Generalsanierung der OP-Einheit oder den Neubau eines Kreißsaals geht – an der Planung und Durchführung sind die Mitarbeiter maßgeblich beteiligt, die hinterher auch darin arbeiten.
Das Koblenzer Klinikum schafft ständig neue fachliche Strukturen, die es an aktuellen Behandlungsmethoden und den dabei erzielten Fortschritten ausrichtet. Ohne Weiterbildung geht es dabei nicht – im Gegenteil: „Die Fortbildung der Mitarbeiter ist für uns von ganz zentraler Bedeutung“, kommentiert Geltenpoth. Als Mitglied des Brustzentrum Mittelrhein engagiert sich das Katholische Klinikum für verschiedene Qualifikationen von der Ausbildung zur Breast Care Nurse bis zur Radiologischen Fachassistenz der Mamographie. Unter den zahlreichen Weiterbildungen, die das Klinikum regelmäßig durchführt, sind vor allem Kurse in Schmerzmanagement und in der onkologischen Pflege. „Außerdem bilden wir Krankenschwestern als Study-Nurses aus, um entsprechende Studien zu begleiten“, so Geltenpoth.
Mit mehr als 300 Ausbildungsplätzen ist das Katholische Klinikum der größte Ausbilder im nördlichen Rheinland Pfalz. Das Krankenhaus übernimmt viele seiner Auszubildenden. Häufig sind das junge Mitarbeiterinnen, die einige Jahre im Beruf sind und dann in die Familienphase eintreten. Der Wiedereinstieg verläuft meist reibungslos. Anders als bei vielen anderen Kranken- und Pflegeeinrichtungen, bei denen Einsatzzeiten von 24 Stunden keine Seltenheit sind, bietet das Klinikum Koblenz die unterschiedlichsten Teilzeitarbeitsmodelle an – allein im Pflegedienst zählt die Einrichtung mehr als 80 verschiedene Möglichkeiten. Die Mitarbeiter und ihr jeweiliger Einsatzbereich entscheiden gemeinsam, welches Modell am Besten passt.
Seine ganzheitliche Fürsorge für die Mitarbeiter beweist der Wettbewerbssieger auch durch vorbildliche Gesundheitsmaßnahmen. Neben betrieblichen Vorsorgeuntersuchungen führt das Krankenhaus Arbeitsplatzanalysen durch und stellt geeignete Mittel zur Verfügung, um ein möglichst gesundheitsförderndes, rückenschonendes Arbeiten zu gewährleisten. Konkret können das Hilfsmitteln zum Transport der Kranken sein oder Schulungen bestimmter Techniken. Mit Bobart-Seminaren oder Kinästhetik-Schulungen erlernen die Mitarbeiter schon in der Ausbildung die richtige Haltung.
Was steckt hinter so viel vorbildlichem Einsatz für die Mitarbeiter? Von anderen hebt sich das Klinikum Koblenz vor allem dadurch ab, dass es nicht vorrangig das Ziel verfolgt, Gewinn zu machen. Oberste Priorität besteht für das Direktorium darin, die sozial-caritative Idee zu verwirklichen und die christliche Tradition in die heutige Zeit zu übersetzen. „Unsere Träger nehmen sehr aktiv am Geschehen teil und gestalten die Veränderungen mit. Es sind nicht nur Gönner, sondern vor allem Förderer und Befähiger der Mitarbeiter vor Ort“, erklärt Thomas Geltenpoth. Selbst wenn andere Einrichtungen im Gesundheitssektor diese Werte nicht teilen: Auch jenseits von christlichen Idealen hat die Personalarbeit des Klinikums Koblenz Vorbildcharakter.
„Wir sind der Meinung, dass ein Unternehmen nur funktionieren kann, wenn wir zufriedene Mitarbeiter im Hause haben. Das Engagement der Mitarbeiter für die Unternehmensziele kann sich nur dann durchsetzen, wenn die Mitarbeiter eine entsprechende Wertschätzung erfahren“, resümiert der Pflegedirektor. Dass dies gelingt, zeigt nicht nur die Auszeichnung „Beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen“. Es sind die kleinen Dinge, die stimmen, wie der kürzlich errungene Preis beim Koblenzer Firmenlauf: Mit erfolgreichen 289 Läufern hat das Katholische Klinikum den ersten Platz für die meisten Teilnehmer belegt. Die Angestellten des Krankenhauses traten unter dem Motto "Koblenz gegen Schlaganfall“ an und bewiesen damit: Sie leben die Unternehmensphilosophie ganz aktiv.
Pflegedirektor Thomas Geltenpoth stellt am 11. September 2007, um 12:00 Uhr auf der Fachmesse Zukunft Personal gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Esther Ehrenstein die Personalarbeit des Katholisches Klinikums Marienhof/St. Josef vor.
