Was heißt „fair“ bei Kündigungen? Kann es einen fairen Rausschmiss geben? Will man nicht eine schlimme Sache schön reden? Gekündigt wird das Arbeitsverhältnis. Aber was ist mit den zwischenmenschlichen Beziehungen? Ist es einem Chef egal, was aus einem Mitarbeiter wird, der sich mit seiner Arbeit identifiziert und engagiert gearbeitet hat? Bleibt die Frage: Wie trennt sich ein Unternehmen von einem Mitarbeiter, wenn es keine Arbeit mehr für ihn gibt?
Das Unternehmen kündigt aus betriebsbedingten Gründen. Die betroffenen Mitarbeiter haben einen Anspruch darauf, die Gründe zu erfahren, und zwar nicht aus den Medien, sondern in einem Gespräch mit ihrem Chef, bei dem sie die Möglichkeit haben, darauf zu reagieren, ihre Enttäuschung, den Frust oder die Wut herauszulassen.
Was kann ein Unternehmen tun?
Das Ziel muss sein, den betroffenen Mitarbeitern das Gefühl zu vermitteln, dass die Firma sich kümmert und sie nicht im Regen stehen lässt. Was kann man tun? Hilfe anbieten bei der Stellensuche oder Existenzgründung. Man sollte den Kontakt zur regionalen Agentur für Arbeit suchen, um sich über die Angebote zu informieren. Externe Beratung (Einzel-Outplacementberatung und Gruppentraining) wird finanziell gefördert. Die Agentur für Arbeit übernimmt 50% der Beratungskosten bis zu 2.500 Euro pro Mitarbeiter. Bei Massenentlassungen besteht die Möglichkeit, eine Tansfergesellschaft zu gründen, wo die betroffenen Mitarbeiter betreut (Stellensuche, Weiterbildung) und finanziellunterstützt werden. Sie erhalten maximal zwölf Monate lang Transfer-Kurzarbeitergeld (= Arbeitslosengeld I).
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Unterstützung durch Beratung und Training durch einen externen Berater bei den Gekündigten gut ankommt. Sie haben einen Ansprechpartner und haben vor allem beim Training in der Gruppe nicht das Gefühl, dass sie sich mit ihrer Erfahrung, ihren Kenntnissen und Stärken verstecken müssten, im Gegenteil. Sie merken sehr schnell, das die andern auch mit Wasser kochen. Sie sind bereit, sich auf etwas Neues einzulassen.