„Erfolgreiche Menschen können scheitern, verlieren aber nicht den Glauben an sich selbst“

Personalverantwortliche sind zunehmend als Macher und „Business Partner“ gefragt: Sie sollen mit ihrer Arbeit die Geschicke von Unternehmen mitbestimmen. Doch wie lassen sich Visionen und Ziele erreichen und Veränderungen herbeiführen? Darüber sprachen wir mit dem in Südafrika aufgewachsenen Experten für Einstellungsveränderung, dem Autor und Zauberer, Wolfgang Riebe.
Keynote-Vortrag
von Wolfgang Riebe
auf der Messe PERSONAL2010:


Entdecke dein magisches Ich
Dienstag, 27. April 2010,
14.45 – 15.30 Uhr, Forum 3,
Herr Riebe, Ihr Vortrag auf der PERSONAL2010 heißt „Entdecke dein magisches Ich“. Plädieren Sie dafür, dass Personaler wie Sie Zauberkünstler werden sollen?

Nein, das hat nichts mit Zauberei zu tun. Ich sehe das eher so: Es ist egal, was Menschen aus ihrem Leben machen, wenn sie eine Leidenschaft verfolgen, müssen sie Erfolg haben. Ich habe eine Karriere als Zauberkünstler eingeschlagen und meine Familie in Deutschland fragt heute noch, „Wann wirst Du denn endlich einen anständigen Beruf lernen?“. Meine Verwandten konnten es nie glauben, dass ich mit Zauberei Geld verdienen konnte. Ich versuche diese Erfahrung, wie wir trotz solcher Widrigkeiten unsere Ziele erreichen, in meinem Vortrag weiterzugeben. Die Dinge, die für mich gearbeitet haben, können für jeden funktionieren.

Und wie erreichen wir unsere Ziele?

Indem wir tun, was wir lieben. Es ist ganz egal, worum es sich dabei handelt – ob Sie wie ich auf der Bühne stehen oder in einem Büro arbeiten. Sie bekommen dadurch eine andere Ausstrahlung, der sich niemand entziehen kann.

Das hört sich so einfach an. Warum erreichen viele Menschen ihre Ziele trotzdem nicht?

Oft sind die Ziele zu unspezifisch. Ich frage mein Publikum immer, ist das ein Ziel, zu sagen, „Ich möchte ein neues Auto haben“. Dann sagen alle „Nein“. „Ich möchte einen neuen Mercedes E 220 Cabrio – und zwar innerhalb der nächsten sechs Monate – und ich werde dies und jenes machen, um das zu erreichen“, das ist ein Ziel. Wichtig ist, seine Ziele haarklein zu definieren und mit einem Zeitplan zu verknüpfen.

Welche Technik empfehlen Sie, um sich den eigenen Zielen besser bewusst zu werden?

Ich empfehle, das Ziel mit seinen fünf Sinnen zu visualisieren. Sie sollten es förmlich sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken können, und das dreimal am Tag für drei Wochen. Dadurch lernen Sie, selbst daran zu glauben. Erfolgreiche Menschen sind zwar häufig auch schon mal in ihrem Leben gescheitert, haben aber nie den Glauben an sich selbst verloren.

Es kommt also auf die Willenskraft an?

Ja, und darauf, Spaß zu haben an dem, was man tut. Dann kommt die Ausstrahlung von alleine.

Wir lernen aber von klein auf, dass Arbeit nicht immer Spaß machen kann – und das erfahren viele von uns auch in der Praxis.

Ich kenne viele Leute, die haben immer geschuftet und erst im Ruhestand gemacht, was ihnen Freude bereitet. Und dann haben sie gesagt, „Hätte ich das doch nur schon viel früher getan“, weil sie plötzlich damit Geld verdienen. Viele Menschen haben einfach zu viel Angst, sich zu verändern. Ich möchte nicht eines Tages in Rente gehen und sagen, „Hätte ich doch bloß dieses oder jenes getan“, sondern ich möchte sagen, „Ich habe es versucht und es hat nicht geklappt“.

Mut zum Scheitern ist also Ihre Devise?

Ja, denn aus dem Scheitern lernen wir. Ein Fehler zeigt mir, dass ich etwas besser machen kann. Die Leute geben zu schnell auf. Leider haben wir in der Schule gelernt, dass es schlecht ist zu scheitern. Als Baby ist es aber schon anders: Wenn Kinder Laufen lernen, fallen sie andauernd hin und stehen trotzdem wieder auf. Diese Ausdauer sollten wir auch als Erwachsene beibehalten. Denn erfolgreiche Menschen bringen neben dem Selbstglauben vor allem Dickhäutigkeit mit.

Was können Personaler bei Ihrem Vortrag mitnehmen?

Ich baue in meinen Vortrag viele Dinge ein, die es dem Publikum erleichtern, sich die wichtigen Dinge, die ich transportieren möchte, einzuprägen: beispielsweise ein paar Zaubertricks oder immer eine gute Prise Humor. Der zentrale Moment dabei ist: Sie werden sensibler, bewusster und offener gegenüber den eigenen Zielen. Außerdem verstehen sie besser, wie sie sich verändern können.

Welchen Tipp möchten Sie Personalern mit auf den Weg geben, die in ihrem Unternehmen mehr mitgestalten möchten?

Glaube an Dich selbst. Wenn Sie an sich selber glauben, dann kann es gehen. Da gibt es so einen Spruch im Englischen: If you think you can, you will. If you don’t think you can, don’t even bother.


Interview: Stefanie Hornung

„Erfolgreiche Menschen können scheitern, verlieren aber nicht den Glauben an sich selbst“
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