Dazu werden die Arbeitenden in unterschiedliche "Schichten" bzw. "Diensten" eingeteilt, beispielsweise im Dreischichtbetrieb eine Frühschicht von 6 bis 14 Uhr, eine Spätschicht von 14 bis 22 Uhr und eine Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr.
Im Industriebereich sind folgende Systeme weit verbreitet:
In Dienstleistungsunternehmen und zunehmend auch in der Industrie wird aber häufig nicht (mehr) mit festen Schichtgruppen gearbeitet sondern es kommen andere Systeme zum Einsatz (z. B. Gruppenkombinationen, bei denen mehrere kleine Teams so geplant werden, dass immer genügend Personen da sind, aber andere Betriebszeiten und Arbeitszeiten möglich sind z. B. 9 Teams, von denen immer 2 da sind können 7 x 24 = 168 h-Betriebszeit mit 37,6 h-Arbeitszeit abdecken). Vielfach wird auch sehr individuell geplant.
Je nach Art des Betriebs werden andere Schichten oder auch überlappende Zeiten zur Arbeitsübergabe eingeplant. Die genauen Regelungen zu Arbeitszeiten und Zuschlägen werden im allgemeinen in den Tarifverträgen grundsätzlich festgelegt und in Betriebsvereinbarungen für das jeweilige Unternehmen bzw. den Standort detailliert.
Üblicherweise wird die Schicht des einzelnen Angestellten turnusmäßig gewechselt (z. B. 5 Tage in einer Schicht, dann zwei freie Taqe, dann 5 Tage in einer anderen Schicht usw.), es gibt aber auch Menschen, die nur in einer bestimmten Schicht arbeiten wollen oder können (Dauernachtdienst usw.) Z. T. gibt es aber auch Systeme, bei denen z. B. monatlich neu und eher individuell geplant wird.
Schichtarbeit ist ein gewisses gesundheitliches Risiko. In manchen Ländern sind deshalb ärztliche Kontrollen vorgeschrieben. Häufige mit Schichtarbeit korrelierte Erkrankungen sind Schlafstörungen, Depressionen, Magengeschwüre, Bluthochdruck, Herz- Kreislauferkrankungen. Schichtarbeit ist physisch belastend, behindert soziale Aktivitäten (z. B. Sport und familiäre Aktivitäten) und belastet dadurch zusätzlich. Außerdem kommt es auch zu einer Beeinträchtigung während der Erholungsphasen (z. B. ist der Schlaf nach der Nachtschicht kürzer und schlechter). In der Diskussion wird die Bedeutung der psycho-sozialen Belastungen für die Gesundheit oft unterschätzt.
Längere Schichten (z. B. 12 h-Schichten) sind oft beliebt, weil es mehr freie Tage oder mehr Geld bringt, bringen aber oft hohe Belastungen und ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko mit sich. Sehr frühe Beginnzeiten (z. B. im Transportbereich, bei der Reinigung - besonders bei langen Anreisewegen) bringen eine ähnliche Belastung wie Nachtschichten. Dauernachtschichtsysteme bringen häufig (aber nicht immer) erhebliche Probleme (z. B. Desozialisierungstendenzen, Alkohol und andere Drogen).
Gesundheitliche Fragen im Zusammenhang mit Schichtarbeit sind für Betroffene oft schwer direkt abschätzbar. Erstens scheiden die, die nicht mehr wollen/können aus und sind so nicht mehr da - nur die anderen sind noch da ("healthy shiftworker syndrome]"). Zweitens handelt es sich meistens, um sich sehr langsam und nicht/schwer aufbauende Schädigungen, die dann "überraschend sichtbar" werden.
Branchen mit Schichtarbeit rund um die Uhr und 7 Tage die Woche sind z. B.:
Branchen mit Schichtarbeit teilweise oder ganz rund um die Uhr sind z. B.:
Branchen mit vorwiegend Abend- oder Nachtarbeit sind z. B.:
Branchen mit vorwiegend sehr frühen Diensten und Abenddiensten sind z. B.:
Branchen mit Abend- und Wochenenddiensten sind z. B.:
