Proprietär (v. lat.: proprius eigen) bedeutet zugehörig, eigen, eigentumsförmig.
Verschiedene Bedeutungen
- Im juristischen Sinne ist der Begriff „proprietär“ gleichbedeutend mit „[wiki:Urheberrecht] geschützt“.
- Davon abweichend benutzt die Freie-Software-Bewegung den Begriff für Dinge, die nicht „frei“ sind. „[wiki:Proprietäre Software]“ ist jegliche Software, die keine „[wiki:Freie Software]“ ist. Mit dem urheberrechtlichen Schutz (siehe 1.) hat diese Definition jedoch wenig zu tun: So ist z.B. ein urheberrechtlich geschütztes Programm, das unter der [wiki:GNU General Public License] lizenziert ist, hiernach „frei“, ein urheberrechtlich nicht geschütztes Programm ohne [wiki:Quellcode] hingegen „proprietär“. Bekannte Beispiele proprietärer Software sind: [wiki:Microsoft Windows], [wiki:Lotus Notes], [wiki:Adobe Photoshop], [wiki:AutoCad], [wiki:Macromedia Flash].
- Man bezeichnet im [wiki:IT]-Bereich traditionell solche [wiki:Dateiformat], [wiki:Netzwerkprotokoll] usw. als „proprietär“, die nicht allgemein anerkannten Standards entsprechen, also sozusagen „hauseigene“ Entwicklungen sind.
- Davon abweichend bezeichnet die Freie-Software-Bewegung Dateiformate, [wiki:Netzwerkprotokoll] usw. als „proprietär“, die nicht „offenen“ oder „freien“ Standards entsprechen, d.h. solchen Standards, die mit freier Software implementierbar sind. Beispiele für proprietäre Dateiformate sind das [wiki:Microsoft Word] oder das [wiki:WMA]-Format. Beispiele für nicht proprietäre, offene Formate sind [wiki:Ogg Vorbis], das [wiki:Portable Network Graphics]-Format oder das [wiki:HTML]-Format.
- Zudem ist „der Proprietär“ eine veraltete Bezeichnung für einen Eigentümer im allgemeinen Sinne.
Unterschiede zwischen Definition 3 und 4:
- Das [wiki:Audiokompressionsformat] [wiki:MP3] ist nach 4. ein proprietäres Format, da es durch aktiv geltend gemachte Softwarepatente belastet und somit nicht länger frei implementierbar ist, nicht jedoch nach 3., da es ein ISO-Standard ist.
- Das patentfreie Gegenstück [wiki:Vorbis] hingegen ist zwar ein „freies Format“ nach 4., jedoch bisher von keiner großen Standardisierungsorganisation übernommen.
- Oft sind hauseigene Entwicklungen auch undokumentiert und patentbelastet und somit proprietär nach beiden Definitionen, so das [wiki:WMA]-Format.
Sicherheitshinweise
Proprietäre Software und proprietäre Datenformate (im Sinne von 2. und 4.) bergen potentiell eine Reihe von Gefahren, denen sich der Benutzer aussetzt:
- Die technischen Einzelheiten sind oft gar nicht oder nur unzureichend dokumentiert, so dass beispielsweise die Qualität/Sicherheit von Verschlüsselungsalgorithmen nicht überprüft werden kann und die Anwender allein auf die Angaben des Herstellers vertrauen müssen.
- Beim Wechsel auf eine neuere Version einer Software können unvorhersehbare Änderungen auftreten, einerseits in der Software selbst, andererseits in den Datenformaten.
- Beim Datenaustausch mit Programmen anderer Hersteller (s. [wiki:Interoperabilität]) können Probleme auftreten.
- Der Benutzer wird an eine bestimmte Software gebunden.
Etymologie
Das Wort proprietär kommt vom [wiki:Französische Sprache] proprietaire, vom [wiki:Lateinische Sprache]
proprietarius. Siehe auch lat. proprietas, [wiki:Eigentum], und proprius, eigen.
[wiki:En:proprietary]
[wiki:Sv:proprietär]
