Präsentismus

Präsentismus (von Präsenz = Anwesenheit) bezeichnet das Verhalten von [wiki:Arbeitnehmern], die zur Arbeit gehen, obwohl sie sich nicht wohl fühlen oder krank sind - und dort zwar anwesend, aber nicht produktiv sind.

In den betroffenen Unternehmen kann Präsentismus dazu führen, dass die Produktivität sinkt, Fehler zunehmen, die Unfallgefahr steigt und zusätzliche Kosten entstehen. Mögliche Gründe für Präsentismus sind die Angst vor Arbeitslosigkeit oder ein übersteigertes Pflichtbewusstsein. Äußere Rahmenbedingungen - zum Beispiel eine hohe Auftragslage, aber auch Personalabbau - können Präsentismus fördern. 

Wie verbreitet Präsentismus im deutschsprachigen Raum ist, lässt sich nicht mit verlässlichen Zahlen belegen. Eine amerikanische Studie der "The Employers Health Coalition of Tampa" aus Florida kam bereits 1999 zu dem Schluss, dass  Präsentismus einen Produktivitiätsverlust verursacht, der 7,5 mal höher ist, als der der reinen Fehlzeiten. Das „Journal of the American Medical Association“ beziffert die Kosten von Präsentismus in einer Berechnung für die Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2003 auf annähernd dreimal so hoch wie den Produktivitätsverlust durch Fehltage. Bei seiner Berechnung konzentrierte sich das Magazin vor allem auf Arbeitsbehinderung durch Depressionen und Migräne.

["Gene und Gesundheit am Arbeitsplatz", FAZ.NET, 14. Januar 2005]








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