Eine Mindmap ist eine [wiki:Grafik] Darstellung, die Beziehungen zwischen verschiedenen [wiki:Begriff] aufzeigt (gewissermaßen als Sinngewebe, ähnlich wie ein [wiki:Semantisches Netz]).
Mindmaps enthalten das zu bearbeitende Hauptthema möglichst knapp formuliert und/oder als Bild dargestellt in der Mitte des Blattes und nach außen verschiedene Hauptäste mit weiteren Unterästen, die die dazugehörenden [wiki:Information] ranggerecht darstellen. Es empfiehlt sich, bei der Erstellung Farben und Bilder zu benutzen und die Informationen möglichst stichwortartig zu formulieren, um der kreativen Arbeitsweise des [wiki:Gehirn] gerecht zu werden, bzw. Mindmaps schneller lesen und überblicken zu können.
Mindmapping kann zum Beispiel eingesetzt werden zur einfachen Ideensammlung, dem [wiki:Brainstorming], zur Erfassung und dem Strukturieren komplexer Inhalte, zur Erstellung von [wiki:Referat (Vortrag)] oder Vorträgen, zum Mitschreiben bei Vorträgen, zur Strukturierung von [wiki:Wissen] und zur Prüfungsvorbereitung. Einsatzmöglichkeiten sind also von der [wiki:Schule] über die [wiki:Wirtschaft] bis zur [wiki:Wissenschaft] zu finden.
Für die Prüfungsvorbereitung ist das Mindmapping deswegen gut geeignet, da in kreativen Schritten eine möglichst griffige Darstellung des Lernstoffes erarbeitet wird, und später weiter durch systematisch wiederholte Beschäftigung mit dieser Wiedergabe - zwecks Festigung des gelernten Stoffes. Eine solche übersichtliche Anordnung der [wiki:Semantik] Struktur des Wissens fördert die stabile Erinnerbarkeit über lange Zeiträume.
Wie man sieht, leistet die kombiniert verbal-bildliche Mindmap eine sehr kompakte Dokumentation hierarchischer Gliederungen. Argumentiert wird, dass durch das gleichzeitige Ansprechen sowohl der vorwiegend verbal orientierten als auch der vorwiegend bildlich orientierten Hirnhälfte (visueller [wiki:Cortex]) [wiki:Synergie]-Effekte frei werden, die sich positiv auf [wiki:Kreativität] und Lerneffizienz auswirken.
Mindmap-Werkzeuge liegen bereits vielfach als [wiki:Software] vor, von [wiki:Freeware] bis zu ausgefeilten Geschäftsanwendungen. Als besondere Vorteile des computergestützten Mindmappings gelten die einfache Handhabung sowie schnelle und präzise Strukturierung. Durch die einfachen Änderungsmöglichkeiten wird die Zusammenarbeit im [wiki:Team] gefördert und außerdem die Kreativität gesteigert. Durch unterschiedliche Formatierungen können Gedanken besser gewichtet werden. Außerdem sind Farben, Abbildungen und Verknüpfungen zu externen Programmen möglich. Mindmaps können aber auch einfach nur per Hand erstellt werden.
Wer ein solches Bild sieht, fühlt sich oft animiert, es zu ändern und zu ergänzen, was in dieser Anordnung viel leichter möglich ist als in einer linearen, listenartigen Anordnung der Stichpunkte. Dieser Aufforderungscharakter zur Weiterbearbeitung macht die Produktivitätsreserven, die in diesem Prinzip der grafischen Darstellung eines Sinngewebes stecken, deutlich.
Formal gesehen bestehen Mind Maps aus beschrifteten [wiki:Baumdiagramm] (ggf. mit zusätzlichen Anmerkungen). Wenn die [wiki:Begriff] auch komplexer miteinander verbunden werden können, spricht man in der Regel von konzeptuellen Karten (conceptual maps) oder [wiki:Semantisches Netz] oder [wiki:Ontologie]. Letztere weisen im Gegensatz zu Mind Maps auch eine definierte [wiki:Semantik] auf, d. h. die mit Linien und Pfeilen dargestellten Beziehungen zwischen einzelnen Begriffen besitzen eine definierte Bedeutung.
Als ernstzunehmendes Arbeitsmittel wurden Mindmaps von dem britischen [wiki:Psychologe] [wiki:Tony Buzan] eingeführt. Die ersten Ideen dazu entstanden bei der Arbeit an seinem Buch An Encyclopedia of the Brain and Its Use im Jahr 1971, im Jahre 1997 erschien das Mind-map-Buch ([isbn:3478717302]). Heute werden Mindmaps in sehr verschiedenen Bereichen verwendet - sowohl für persönliche oder familiäre Angelegenheiten als auch im Bildungswesen oder in der Wirtschaft. Sie eignen sich zum Festhalten von Notizen, für [wiki:Brainstorming]-Sitzungen und allgemein für das Zusammenfassen, Überprüfen und Systematisieren von Ideen. Z. B. auch bei Vorlesungsmitschriften kann man Mindmaps benutzen, um die wichtigsten Gliederungspunkte oder Stichworte festzuhalten.
Eine militärkartographisch inspirierte Mindmap parodiert [wiki:Robert Musil] in "[wiki:Der Mann ohne Eigenschaften]" (Kapitel 85, erschienen 1930).
Eine Fortführung der klassischen Mind Mapping-Methode sind die so genannten jura-mindmaps. Diese wurden Mitte der 90er-Jahre von Aiman Khalil speziell für Jurastudenten, Referendare und für Volljuristen entwickelt. Sie enthalten speziell für die Rechtswissenschaft signifikante Modifikationen, wobei die bereits den Griechen bekannte Mnemonik eingesetzt wird.
[wiki:En:Mind mapping][wiki:Ja:マインドマッピング][wiki:Zh-cn:心智图]
