Dieser Artikel befasst sich mit Mediation im allgemeinen Sinn von Vermittlung, für die Epoche in der Schweiz siehe [wiki:Mediation (Geschichte)].
Mediation ist Verhandlung zwischen Konfliktparteien im Beisein eines neutralen Dritten (Mediator), der die Verhandlung nach einem strukturierten Ablauf leitet.
Sie dient der gütlichen Einigung zwischen den Parteien. Dabei entscheidet nicht der Mediator, sondern ausschließlich die Parteien, worüber sie verhandeln und wie sie ihren Konflikt lösen. Die Freiwilligkeit der Parteien ist unbedingte Voraussetzung einer Mediation.
Der Mediator oder die Mediatorin wird keinerlei Vorschläge machen, sondern die Parteien durch einen besonderen Kommunikationsprozess, ein Modul, welches aus festgelegten Arbeitsschritten besteht, führen. Diese setzen sich aus 3 bis 15 Teilschritten zusammen.
Innerhalb der [wiki:Psychologie] Beratung ist die Mediation eine Kommunikationsmethode mit dem Schwerpunkt [wiki:Konfliktlösung]. Sie ist auch unter der Bezeichnung Streitschlichtung bekannt.
Erfolgreich eingebunden in das [wiki:Gerichtswesen] ist die Mediation in [wiki:Australien], wo es unabdingbar ist, außer bei Gewalt, Sexualverbrechen und Kapitalverbrechen mit Beträgen über 200.000 [wiki:Australischer Dollar]. In Ausnahmefällen können sogar solche Fälle mediativ behandelt werden. Der Mediator unterliegt langen und vielschichtigen [wiki:Selektionsprozess]. [wiki:Interview] und Beobachtung während der Ausbildung sorgen dafür, dass es im späteren Berufsleben des Mediators kaum Ausfälle gibt. Im Prinzip können alle Auseinandersetzungen mediativ geregelt werden, dazu müsste die Ausbildung allerdings eindeutig verbessert und spezialisiert werden. Genau so wichtig wie der Mediator selbst ist der so genannte Intake, der die eingehenden Fälle begutachtet, verteilt und auch aussortiert. Die Arbeit des Mediators ist stark davon abhängig, wie gut das System um ihn herum arbeitet. Dieses ist kaum in [wiki:Europa] Ländern und fast gar nicht in [wiki:Deutschland] zu finden (Stand 2004).
häufige Konflikte sind:
Oft ist die Mediation in betrieblichen oder familiären Konfliktsituationen die einzige Alternative zur [wiki:Gerichtsverhandlung], die zeitlich und finanziell viel höhere Risiken für die Beteiligten birgt. Zudem sind die Parteien nach einer juristischen Auseinandersetzung häufig völlig zerstritten und das [wiki:Vertrauensverhältnis] ist nachhaltig gestört oder ganz zerstört.
Die Gerichte sind zwar gesetzlich verpflichtet, zwischen den Parteien eine gütliche Einigung herbeizuführen und dies wird in der Regel auch versucht und gelingt in etwa ein Drittel aller Fälle. Bei einer vergleichsweisen Beendigung des Streites entfällt für den Richter die Mühe, ein Urteil schreiben zu müssen. Jedoch wird diese Konfliktlösung durch Schlichtung nicht mit einer Professionalität und einem Zeitaufwand betrieben wie bei einer Mediation eines Mediators. Die Gerichte beschränken sich auch nur auf die Lösung des vorgetragenen juristischen Sachverhaltes; meist ist der Konflikt, der vor Gericht gebracht wird, aber nur vordergründig, die Beziehungsprobleme, die hinter dem Konflikt stehen, werden und können kaum berücksichtigt werden.
Die Konfliktlösung durch einen professionellen Mediator ist nicht billig, bei untergeordneten Nachbarschaftsstreitigkeiten kann ein Gerichtsverfahren z.b. kostengünstiger sein. Mitunter bringt die Mediation keine Lösung, so das Kosten eds Gerichtsverfahren zusätzlich anfallen. Andererseits besteht die Gefahr weitere gerichtlciher Auseinandersetzungen, soweit vor Gericht kein Konsens erzielt werden konnte. Der Nachbar z.b. der vor Gericht verloren hat, sucht häufig ein weiteres Verfahren, um den Gesichtsverlust auszugleichen.
Ausgehend von der Tatsache, dass Mediation eine Alternative zur gerichtlichen Konfliktlösung darstellt, gehört sie zur [url:http://en.wikipedia.org/wiki/Alternative_dispute_resolution|alternative dispute resolution] (ADR).
Ausbildung
Der Zugang zur Tätigkeit des Mediators ist nicht einheitlich geregelt. Es gibt private Bildungseinrichtungen, die Ausbildungen zum Wirtschaftsmediator oder Familienmediator anbieten. Voraussetzung für die Ausbildung ist meist ein abgeschlossenes Studium in den Bereichen: [wiki:Rechtswissenschaft], [wiki:Psychologie] oder [wiki:Sozialpädagogik] mit entsprechender praktischer Erfahrung. Es gibt aber auch Ausbildungsinstitute, die lediglich eine abgeschlossene Berufsausbildung als Voraussetzung fordern. Eine staatlich anerkannte [wiki:Prüfung] ist derzeit (Stand 07/03) in Deutschland nicht möglich. Die Ausbildungsstandards bei den anerkannten Instituten entsprechen aber europäischen Richtlinien. Die [wiki:Qualifikation] können Mediatoren nachweisen und bieten damit ein sicheres Qualitätsmerkmal für Hilfesuchende, wenn der/die Mediator/in einen Abschluss bzw. die Angehörigkeit bei einer der großen Organisationen nachweisen kann. Sie dürfen dann einen geschützten Titel wie z. B. Mediator/in BAFM tragen.
Missverstanden wird die Mediation in Deutschland, wo Arbeitsuchende zu Mediationsausbildungen geschickt werden, ohne eine Reifeprüfung überhaupt in Betracht zu ziehen. Anwälte nutzen den Begriff des Mediators in Deutschland mittlerweile oft, raten ihren Klienten zu einer Mediation –wobei die Neutralität damit schon gefährdet ist – und professionelles Arbeiten nicht mehr möglich sein kann. Es wird als Nebengeschäft missverstanden und dementsprechend auch von der Wertigkeit am untersten Limit gehalten.
Die von Anwälten als "Mediation" bezeichnete Verfahrensweise ist häufig eine [wiki:Streitschlichtung], die mit mediativen Mitteln angereichert ist. Im Unterschied zur Mediation macht der Streitschlichter eigene Anregungen zur Kompromißlösung und weist auf die rechtliche Situation hin.
Der Mediator kann aus jedem Bereich des Lebens kommen, unabhängig von rechtlichen Kenntnissen. Die Entscheidung, wer tatsächlich die Ausbildung aufnehmen kann und wer nicht geeignet ist, sollte einem Gremium unterstehen und den Ausbildern. Pädagogisches Wissen und sozialwissenschaftlicher Hintergrund ist nicht von Nöten, erfahrungsgemäß (Australien, Community Justice Centers) eher hinderlich, genauso wie ein juristisches Fachwissen. Der Irrtum in Deutschland besteht darin, dass Anwälte sich berufen sehen, Mediation anbieten zu dürfen. Ein sehr falscher Ansatz, der in Ländern, in denen Mediation professionell ausgeuebt wird, schon seit 10—15 Jahren nicht mehr gemacht wird.
Die Mediation von familienrechtlichen Streitigkeiten (z.b. Unterhalt, Umgangsrecht) sollte aber nicht ohne anwaltliche Begleitung beim Mediator erfolgen, damit nicht ein Kompromiß ausgehandelt wird, der eine Person gegenüber der herrschenden Rechtslage unangemessen benachteiligt.
Elemente und Grundlagen der Mediation
Grundsätzlich ein ausgebildeter professioneller Mediator und 2 Parteien, welche sich freiwillig zu einer Mediation entschlossen haben. Als einen kleinen Umriss über die Grundlagen kann folgende Beschreibung gelten, hat aber je nach Art und Weise und des Landes keinen unumstößlichen Wahrheitswert :
Kommunikative Aufgaben
Kommunikationstechniken
Rechtliche Rahmenbedingungen
Der Transformationsansatz
Bedürfnisse
Kenntnisse in Konfliktbearbeitungsverfahren
Ausbildung und kostenlose Vermittlung von Mediatoren
BAFM (Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation) Eisenacher Str. 1, D 10777 Berlin, Tel 030/ 236 28 266 [url:http://www.bafm-mediation.de|http://www.bafm-mediation.de]
BM - Bundesverband Mediation e.V. Fachverband zur Verständigung in Konflikten Hauptgeschäftsstelle: Dipl.-Psych. Inge Thomas-Worm Kirchweg 80 34119 Kassel Tel. 0561-7396413 Fax 0561-7396412 e-mail: info[at]bmev.de [url:http://www.bmev.de|http://www.bmev.de]
Ausbildung und Durchführung von Wirtschaftsmediation und Führungskräfteschulungen
TENOS AG - Konfliktberatung. Lösung.Prävention.
Neuer Wall 50, 20354 Hamburg, Tel 040/ 4130730 [www.tenos.de]
Zweisicht. Bähner & Schwertfeger
Basler Straße 19, 79100 Freiburg
Fon. +49 (0)761 2022200, Fax. +49 (0)761 2024121, eMail: dialog[at]zweisicht.de; [url:http://www.zweisicht.de|http://www.zweisicht.de]
Basis-Ausbildung und Zertifizierung
Ausbildungsinstitut perspectiva Bahnhofstr. 63, CH-4125 Riehen, Tel 0041 61 641 64 85 [url:http://www.perspectiva.ch|http://www.perspectiva.ch]
Ausbildungsrichtlinien [url:http://www.centrale-fuer-mediation.de/ausbildung.htm|[1]]
BM - Bundesverband Mediation e.V. Fachverband zur Verständigung in Konflikten Hauptgeschäftsstelle: Dipl.-Psych. Inge Thomas-Worm Kirchweg 80 34119 Kassel Tel. 0561-7396413 Fax 0561-7396412 e-mail: info[at]bmev.de [url:http://www.bmev.de|http://www.bmev.de]
