Kompetenz

Kompetenz (v. [wiki:Latein]. competere - zu etwas fähig sein) bezeichnet die [wiki:Fähigkeit] (psychologisch) und ist juristisch gleichbedeutend mit der [wiki:Zuständigkeit (Recht)] eines Menschen (oder eines [wiki:Organ (Recht)]), bestimmte Aufgaben selbstständig durchzuführen.

Psychologisch betrachtet definiert man Kompetenz also als Zitat|die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen [wiki:Motivation], [wiki:Volition (Psychologie)] und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.|F. E. Weinert<ref>F. E. Weinert (2001) Vergleichende Leistungsmessung in Schulen - eine umstrittene Selbstverständlichkeit in F. E. Weinert [Hrsg.], Leistungsmessung in Schulen. Weinheim und Basel: Beltz-Verlag</ref>


Trotzdem stand früher die letzte Bedeutung im Vordergrund, etwa: "Da überschreiten Sie Ihre Kompetenzen!" - gemeint ist, dass die Person etwas tut, was ihr aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen (nicht) zusteht. Zunehmend rücken jedoch Qualitäten der Person in den Vordergrund des Verständnisses: "Auf dem Gebiet ist sie sehr kompetent!"

Der Kompetenzbegriff gewinnt in verschiedenen Bereichen zunehmend an Bedeutung. So wird etwa in der [wiki:Pädagogik] seit Ende des 20. Jahrhunderts statt von [wiki:Qualifikation] verstärkt von Kompetenz gesprochen. Der Qualifikationsbegriff war problematisch geworden, weil er die Passung von situativen Anforderungen (etwa einer Tätigkeit) einerseits und den personalen Voraussetzungen zu deren Bewältigung in einen (zu) engen Zusammenhang bringen wollte. Kompetenzen sind weniger eng auf Anforderungen von Berufen oder Tätigkeiten bezogen, sondern sind allgemeine [wiki:Disposition] von Menschen zur Bewältigung bestimmter lebensweltlicher Anforderungen bzw. die menschliche Fähigkeit zur Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation (s. etwa auch der bereits in den [wiki:1980er] Jahren etablierte Begriff der [wiki:Kommunikative Kompetenz] von [wiki:Jürgen Habermas]).

Je nach Standpunkt gibt es ganz unterschiedliche Definitionsvorschläge, woraus sich Kompetenzen zusammensetzen.

Verständnis in Psychologie und Pädagogik

Der Kompetenzbegriff in den [wiki:Erziehungswissenschaft] wurde vor allem bekannt durch die [wiki:PISA-Studie] von 2000/2001, die nicht mehr abrufbares Sach- oder Methodenwissen der Schülerinnen und Schülern abprüfte, sondern Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz. Damit ist gemeint die Fähigkeit und [wiki:Fertigkeit], in den genannten Gebieten [wiki:Problem] zu lösen und die Bereitschaft, dies auch zu tun. Im erziehungswissenschaftlichen Kompetenzbegriff sind also sachlich-kategoriale, methodische und volitonale Elemente verknüpft einschließlich ihres Transfers auf ganz unterschiedliche Gegenstände.

Der Kompetenzbegriff hat gegenüber älteren pädagogischen Zielbeschreibungen wie etwa den [wiki:Lernziel] drei Vorzüge.

In der Berufs- und [wiki:Wirtschaftspädagogik] werden Kompetenzen teilweise als sog. "Selbstorganisationsdispositionen" definiert. Eine Person, die über ausreichend Kompetenz verfügt, um sachgerecht bestimmte Dinge zu tun, ist in dieser Hinsicht kompetent. Kompetenz erwirbt man unter anderem durch [wiki:Bildung], [wiki:Weiterbildung], [wiki:Erfahrung], [wiki:Selbstreflexion], [wiki:Informelles Lernen] aber auch [wiki:Autodidaktik].

In der Praxis der beruflichen Bildung hat sich in den [wiki:1990er] Jahren eingebürgert von vier Kernkompetenzen auszugehen, aus der sich alle weiteren Kompetenzen ableiten lassen: [wiki:Soziale Kompetenz], die [wiki:Fachkompetenz], die [wiki:Methodenkompetenz] und [wiki:Personale Kompetenz].

In der wissenschaftlichen Diskussion wird diese Systematik immer wieder als problematisch aufgefasst. So lassen sich fachliche und methodische Kompetenzen inhaltlich schwer trennen. (Es hat sich herausgestellt, dass es kaum "generische" z. B. Problemlösekompetenzen gibt, die sich auf beliebige Fachinhalte übertragen lassen, s. das Problem des mangelnden [wiki:Lerntransfer]).

In der [wiki:Erziehungswissenschaft] wird das Modell (etwa von [wiki:Dieter Euler]) einer Matrix bevorzugt, in der auf der einen Achse die Inhaltsbereiche [wiki:Fachkompetenz], [wiki:Sozialkompetenz] und [wiki:Selbstkompetenz] unterschieden werden und auf der anderen Achse: [wiki:Wissen], [wiki:Fertigkeit] und [wiki:Einstellung]. Alle Kompetenzbereiche zusammen sind die Grundlage für [wiki:Handlungskompetenz].

In der [wiki:Kognitive Psychologie] wird zwischen [wiki:Aktuelle Kompetenz], [wiki:Aktuelle Kompetenz] und [wiki:Aktuelle Kompetenz] unterschieden.

Und im Kontext der europäischen Bildungspolitik umfassen Kompetenzen im weiteren Sinne, die "Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit", die "Lern- bzw. Selbstlernkompetenz", die "kommunikative und soziale Kompetenz" sowie die "professionelle und berufliche Kompetenz".

Verständnis in der Soziologie

Kommunikative Kompetenz nach [wiki:Jürgen Habermas]

Verständnis im juristischen Sinne

Im juristischen Kontext sowie in der politischen Theorie ist Kompetenz gleichbedeutend mit [wiki:Zuständigkeit (Recht)]; diese kann sich nicht nur auf Personen, sondern auch auf [wiki:Institution] und [wiki:Organ (Recht)] beziehen. Wenn ein Amtsträger oder eine Institution eine bestimmte Kompetenz hat, dann bedeutet dies, dass sie in einem bestimmten Bereich zum Handeln ermächtigt ist. Siehe [wiki:Gesetzgebungskompetenz], [wiki:Verwaltungskompetenz], [wiki:Richtlinienkompetenz].

Der Begriff Kompetenz in der Biologie

Ursprünglich stammt der Begriff "Kompetenz" aus der Biologie und beschreibt die Bereitschaft von embryonalen Zellen, auf einen Reiz zu reagieren ([wiki:Zellkompetenz]). Eine weitere Bedeutung von "Kompetenz" in der Biologie ist die Fähigkeit und Bereitschaft von Zellen, nackte DNA aufzunehmen, die außerhalb der Zellen vorliegt ([wiki:Kompetenz (Bakterien)]).

Beispiele

Der Begriff der Kompetenz wird in folgenden Zusammenhängen verwendet:

Aktuelle Kompetenz

Die aktuelle Kompetenz ist die subjektive Einschätzung der eigenen Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten. Sie ergibt sich nach [wiki:Dietrich Dörner] aus heuristischer Kompetenz und epistemischer Kompetenz, wobei erstere Problemlösefähigkeiten und letztere Fachexpertise meint.

Siehe auch

Literatur

Quellen und Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

[wiki:Vorlage:Wiktionary]



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