Auch die [wiki:Ergonomie] beschäftigt sich mit der Gestaltung menschlicher Arbeit, ist jedoch mehr mit der Optimierung der klassischen [wiki:Mensch-Maschine-Schnittstelle] befasst. Die ebenfalls von der Arbeitspsychologie zu unterscheidende [wiki:Betriebspsychologie] untersucht hingegen die Beziehungen der arbeitenden Menschen untereinander und stellt in diesem Sinne primär eine pragmatisch orientierte und betriebswirtschaftlich akzentuierte Sozialpsychologie des Betriebes dar, die auch als definitorischer Bestandteil der -eher metaphorischen zu verstehenden - Universalkategorisierung [wiki:Wirtschaftspsychologie] gesehen werden kann. Neu und beachtenswert ist der arbeitspsychologisch basierte, systematisch-integrative Ansatz [wiki:Betriebliche Gesundheitsförderung], der den Anspruch stellt, Arbeit-Organisation-Technik sowie Individualverhalten systematisch und partizipationsorientiert zu optimieren um derart persönliche und betriebliche Ressourcen bzgl. Arbeit und Gesundheit aufzubauen. In diesem Sinne stellt diese Herangehenweise den integrativen Versuch dar, das psychologische Arbeitsgestaltungskriterium "Gesundheitsförderlichkeit" in verfahrensmäßig abgesicherter Weise betriebspraktisch zu verwirklichen.
Mit der industriellen Revolution wurden erstmals arbeitspsychologisch relevante Fragen aufgeworfen, ohne dass der Begriff geprägt worden wäre. Charles Babbage versuchte anfangs des 19. Jh. den Wert der Arbeitskraft zu vergünstigen, indem die Qualifikationsansprüche gesenkt wurden (siehe Babbage-Prinzip).Weitere Grundlagen lieferte anfangs 20. Jh. die Organisationssoziologie, welche sich unter anderem mit der Entfremdung der Arbeit und der Bürokratie auseinandersetzte.In den 1950er-Jahren wurde von Eric Trist und Fredrick Emery der Begriff der soziotechnischen Systeme geprägt, man kam zur Erkenntnis, dass der Mensch auch in Produktionssystemen mit weitgehender Automatisierung eine zentrale Rolle spielt.Mitte der 1970er Jahre wurde von Winfried Hacker der theoretisch sehr wirkungsmächtige Entwurf einer allgemeinen Arbeitspsychologie publiziert, welcher auf dem Konzept der psychischen Handlungsregulation ("Kognitive Tätigkeitstheorie")basiert und die Analyse-,Bewertungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitspsychologie relevant erweitert hat.
Seither hat eine derart verstandene [wiki:Handlungsregulationstheorie] u.a. auch im Bereich der psychologischen Analyse,Bewertung und Gestaltung interaktiver Mensch-Maschine-Systeme im Konzept der [wiki:Ingenieurpsychologie] bzw. [wiki:Softwareergonomie] enorm an Bedeutung gewonnen. Derart wurde es möglich, den im Zeitalter der flexiblen Automation und rechnergestützten Kommunikation sich herausbildenden neuen Arbeitstyp adäquat zu beschreiben und entsprechende verfahrensmäßige Gestaltungsmöglichkeiten anzubieten.
Arbeitspsychologischen Theoriebildungen liegt -neben konkreten Analysen- oftmals ein Menschenbild zugrunde. Im Verlauf der Geschichte wurden verschiedene Menschenbilder entwickelt, welche sich nach einem Paradigmenwechsel ablösten. Heute sieht die Arbeitspsychologie beispielsweise Mensch und Technik nicht als konkurrierende, sondern sich ergänzende Faktoren, man spricht auch von komplementärem Systemansatz und versucht die Mensch-Maschine-Funktionsteilung in Arbeitsprozessen dementsprechend zu definieren. Demnach sollen Funktionen grundsätzlich beim Menschen und in der Technik redundant vorhanden sein. Je nach Bedarf kann gewählt werden, ob eine Tätigkeit manuell oder automatisch durchgeführt wird.
Weiters beansprucht die Arbeitspsychologie die individuellen Arbeitsaufgaben der Arbeitstätigen, die Arbeitsorganisation und die konkreten Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine -[wiki:Ingenieurpsychologie]- zu analysieren und beanspruchungsoptimal sowie auch gesundheitsförderlich zu gestalten.
Insofern ist die arbeitspsychologische Tätigkeit neuerdings relevant mit dem interdisziplinären Ansatz [wiki:Betriebliche Gesundheitsförderung] verknüpft. Begriffliche Modifikationen in den Zentralkriterien arbeitspsychologischen Handelns (vgl. Hacker,W.) belegen dies eindeutig.
