Als arbeits- oder erwerbslos bezeichnet man eine Person, die eine bezahlte [wiki:Tätigkeit], die auf einem [wiki:Arbeitsverhältnis] beruht, anstrebt, aber keine [wiki:Erwerbsarbeit] findet.
Oftmals selbst in Rundfunknachrichten bezieht sich der Begriff arbeitslos aber fälschlich nur auf die [wiki:Registrierte Arbeitslosigkeit], ohne das klar zu benennen. Dagegen ist im Begriff erwerbslos auch die [wiki:Verdeckte Arbeitslosigkeit] ([wiki:Stille Reserve]) enthalten. Diese Sprachregelung gilt beispielsweise für die Unterscheidung von Arbeitslosenzahlen der [wiki:Bundesagentur für Arbeit] und Erwerbslosenzahlen des [wiki:Statistisches Bundesamt]. Im Folgenden soll aber die gebräuchliche Begrifflichkeit verwendet werden, die arbeitslos mit erwerbslos gleichsetzt.
Die registrierte Arbeitslosigkeit umfasst jene Personen, die sich (in Deutschland) bei der [wiki:Bundesagentur für Arbeit] gemeldet haben und dem [wiki:Arbeitsmarkt] zur Verfügung stehen. Zur "Stillen Reserve" zählen Personen, die unter bestimmten Bedingungen zwar eine Arbeit aufnehmen würden, sich aber aus Scham oder Angst vor den Behörden etc. nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet haben.
Nach ihrer (mutmaßlichen) Dauer kann man Arbeitslosigkeit unterscheiden in:
Nach der theoretischen Begründung unterscheidet man
Andere Einteilungen der Arbeitslosigkeit sind
Bei der Suche nach den Ursachen der Arbeitslosigkeit muss man zwischen strukturellen, wirtschaftlichen und individuellen Gründen unterscheiden. Gesamtwirtschaftlich entsteht Arbeitslosigkeit immer infolge von [wiki:Strukturkrise]. Das heißt, die [wiki:Nachfrage (Ökonomie)] nach Arbeitskräften (aus welchen Gründen auch immer) ist geringer als das [wiki:Angebot (Ökonomie)]. Welche Personen von Arbeitslosigkeit betroffen sind, hängt dabei von individuellen Merkmalen der Arbeitssuchenden ab ([wiki:Qualifikation], Alter, [wiki:Gesundheit] ...).
Die sog. [wiki:Neoklassik] behauptet, dass dauerhafte Arbeitslosigkeit vorwiegend durch staatlichen [wiki:Interventionismus] verursacht wird. Dieser steigere durch Zwangsabgaben für staatliche Arbeitslosenkassen, durch Mindestlöhne oder andere gesetzliche Vorschriften die Arbeitskosten und senke so die zahlungsbereite Nachfrage nach Arbeitskräften.
Da Arbeitslosigkeit gesamtwirtschaftlich letztlich ein Marktungleichgewicht darstellt, kann nach (neo)klassicher Ansicht dieses idealtypisch nur abgebaut werden, wenn es zu Preissenkungen auf dem Arbeitsmarkt kommt (sich also der [wiki:Arbeitsentgelt] reduziert) oder wenn sich das Arbeitskraftangebot verringert. Die Arbeitgeber und ihr nahestehende Wirtschaftsexperten behaupten deshalb, dass zu hohe Löhne eine der Hauptursachen der Arbeitslosigkeit sei. Vergleiche man verschiedene Zukunftszenarien, so habe ein Prozent weniger Lohn zwischen 0,5 und 2 Prozent mehr Beschäftigung zur Folge. Diesen Wert bezeichnet man als die [wiki:Elastizität der Arbeitsnachfrage].
| Beschäftigungsgruppe | Elastizität der Arbeitsnachfrage | Quelle |
|---|---|---|
| Verarbeitendes Gewerbe in Deutschland | 0,96 | W.Franz und H.König, The Nature and Causes of Unemployment in the Federal Republic of Germany since the 1970s: An Empirical Investigation, Empirica 53,1986,S.219-244 |
| Verarbeitendes Gewerbe in Großbritannien | 1,85 | S.M. Burges, Employment Adjustment in UK Manufacturing, Economical Journal 98, 1988, S.81-103 |
| Industrie in den USA | 1,92 | S.J Nickell und J.Symons, The Real Wage - Employment Relationship in the United States, Journal of Labor Economics 8, 1990, S.1-15 |
Nach diesen auf die klassischen und neoklassischen Theorien zurück gehenden Szenarien gelte der Preismechanismus als Ausgleich auch auf dem Arbeitsmarkt. Laut den [wiki:Arbeitgeberverband], die dieser Theorie folgen, müsste bei einem Überangebot an Arbeitskräften der Lohn so lange sinken, bis die Nachfrage nach Arbeitskräften zugenommen hat, das heißt bis Angebot und Nachfrage übereinstimmen.
Dagegen interpretiert die [wiki:Keynesianismus] Wirtschaftstheorie Arbeitslosigkeit als die Folge von mangelnder Nachfrage. Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind nicht nur Kosten der Einzelunternehmer sondern auch Einkommen. Anders als es die neoklassische Sichtweise behauptet, glauben keynesianische Theoretiker, dass die Forderung nach geringeren Löhnen nach keynesianischer Auffassung eine Reduzierung der realen Kaufkraft der Massenkaufkraft darstellt. Deshalb bedürfte die Realisierung einer solchen Forderung einen Ausgleich des Massenkaufkraftschwundes durch eine Zunahme des Konsums der privaten Haushalte der Unternehmer oder eine Ausweitung des Exports.Die im Einzelfall zutreffende stillschweigende Annahme, dass die Gesamtnachfrage unverändert bleibt, ist nicht mehr gültig, wenn alle Arbeiter einen niedrigeren Lohn akzeptieren; denn dann sinkt als erstes die Lohn- und die Gehaltssumme und die Konsumgüternachfrage der Arbeitnehrmehaushalte dürfte (in einem ersten Schritt) zurückgehen. Allein die Senkung der Löhne ergibt also noch keine Neuanstellung. Je nach Reduktion des Preisniveaus und des Zinssatzes wird außerdem die Investitionsgüternachfrage beeinflusst.Auch eine [wiki:Deflation] ist bei einem Absinken des allgemeinen Preisniveaus nicht auszuschließen.
Daneben führen keynesianische Wirtschaftswissenschaftler eine Reihe weiterer Argumente an:
Die [wiki:Gewerkschaft] haben lange Zeit das Ziel verfolgt, auf dem Arbeitsmarkt den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage durch eine Umverteilung der vorhandenen Arbeit (mittels Arbeitszeitverkürzung, Förderung von Teilzeitarbeit etc.) zu erreichen. Auch die Politik versuchte in den 1990er Jahren, über [wiki:Frührente] der [wiki:Jugendarbeitslosigkeit] entgegenzuwirken. Allerdings wurden die frühverrenteten Arbeitnehmer teilweise nicht ersetzt, wodurch die Sozialversicherungen in eine problematische Situation gerieten.
Kritiker aus dem arbeitgebernahen Lager halten dieser Politik vor, dass sie Arbeit wie ein [wiki:Hedonismus] Gut behandele mit der Folge einer Aushöhlung der Arbeitsethik und der Arbeitsmotivation. Für die Arbeitsethik sei konstitutiv, dass ihr eine sinnvolle Aufgabe zugrunde liege und dass die Lösung dieser Aufgabe mit der Überwindung innerer wie äußerer Widerstände verbunden sei, sprich Anstrengung und Mühe koste. Erwerbsarbeit habe klassischerweise eine Berechtigung zum [wiki:Konsum] von Gütern verschafft. Wenn nun die Erwerbsarbeit selbst wie ein hedonistisches Gut behandelt werde, das folglich gerecht zu verteilen sei, dann könne der Erwerbstätige nicht mehr Stolz auf seine Arbeitsleistung sein und daraus sein Selbstwertgefühl beziehen, sondern müsse nun umgekehrt für die Tatsache dankbar sein, dass er arbeiten darf. Bei einer Politik der Umverteilung der Arbeit würde darüber hinaus, so die Kritiker, die Arbeitszeit nicht davon abhängig gemacht, was einer zu lösenden Aufgabe und demjenigen, der sie zu lösen hat, entspricht, sondern starr eine niedrige Arbeitszeit durchgesetzt.
Allerdings werden aus angebotsorientierter Sicht nicht nur allein die Löhne bzw. die [wiki:Lohnkosten] für die Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Auch staatlichen [wiki:Regulierung] sagt man nach, sie können einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt verhindern, indem sie z. B. das Entstehen neuer Unternehmen - z. B. im Dienstleistungssektor - an Stelle schrumpfender [wiki:Branche], also den [wiki:Strukturwandel] behindern. Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt können auch unmittelbar die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern.
Die Absenkung des Arbeitskräfteangebots lässt sich dadurch erreichen, dass das Angewiesensein auf Erwerbseinkommen vermindert wird. Einige Reformer schlagen daher die Einführung eines bedingungslosen [wiki:Grundeinkommen] vor, das es der gegenwärtig so großen Zahl von Arbeitslosen ermöglichen würde, ein positives, sinnerfülltes Leben jenseits der Erwerbsarbeit zu leben, was gegenwärtig angesichts der Arbeitspflicht und der Stigmatisierung von Arbeitslosen natürlich nicht möglich ist, so dass bei Arbeitslosen mehr oder weniger zwangsläufig eine "Identitätskrise" und ein Verfallsprozess droht. Auch wäre hier die Frage zu stellen, aus welchen Teilen des Bruttoinlandsprodukts diese leistungslosen Einkommen bezahlt werden sollen, denn auch diese Einkommen würden den Unternehmensbereich belasten, der ja die Belastung durch den [wiki:Produktionsfaktor] Arbeit in den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellt.
Konjunkturell entsteht Arbeitslosigkeit auch durch einen temporären Mangel an effektiver Nachfrage, weshalb z. B. der [wiki:Keynesianismus] eine antizyklische [wiki:Fiskalpolitik] zur Verhinderung eines solchen Nachfragemangels empfiehlt, während im Gegensatz dazu die [wiki:Österreichische Schule] die Nachfrage durch [wiki:Steuer] ankurbeln will. Verschiedentlich wird fehlende Nachfrage auch langfristig, z. B. aufgrund von [wiki:Sättigung (Wachstum)], für Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Allerdings lässt sich eine generelle, gesamtwirtschaftliche Sättigung nicht überzeugend begründen, weil ja gerade unfreiwillige Arbeitslosigkeit mit nicht befriedigten Konsumwünschen einhergeht, die dazu führt, dass das gesamtwirtschaftliche Produktionspotential nicht voll ausgelastet ist.
Häufig als Ursachen der Arbeitslosigkeit genannt werden der weltweite Wettbewerb zwischen Arbeitskräften, das [wiki:Outsourcing] oder die [wiki:Globalisierung] im Allgemeinen, bzw. der [wiki:Technischer Fortschritt].
Aus systemischer Sicht trägt möglicherweise auch eine Verwertungs- und Produktionslogik zur Entstehung von Arbeitslosigkeit bei, die auf geringen Energie- und Rohstoffkosten basiert und zugleich arbeitsintensive Branchen (Dienstleistungen, Reparaturen, Wartung) gegenüber energieintensiver Produktion (Wegwerfprodukte, Neukauf statt Reparatur) benachteiligt mit zum Teil fatalen [wiki:Ökologie] Folgen. Hinzu kommt, dass Arbeit die wesentliche Grundlage der Besteuerung ist. Eine Lösung dieser Problematik setzt einen grundlegenden Wandel des Wirtschaftssystems voraus. In Deutschland versucht man diese beschriebenen Folgen dadurch abzumildern, dass Energie zusätzlich besteuert wird (sog. [wiki:Öko-Steuer]) und mit den Einnahmen der Produktionsfaktor Arbeit entlastet wird.
Diese sind die gängigen von Wirtschaftsverbänden vertretenen Thesen, die zumeist aber auch auf Widerstand treffen, zumal in der Praxis der Öko-Steuer auch kein positiver Effekt nachgewiesen werden konnte, da seit ihrer Einführung die Arbeitslosigkeit stieg und nicht gesenkt wurde. Entlastungen auf der Kapitalgeberseite bzw. sinkende Löhne oder höhere Abgaben auf Löhne führen in der Regel nur im Export zu wachsender Beschäftigung, der [wiki:Binnenmarkt] leidet durch die sinkende [wiki:Kaufkraft] eher darunter. Nur da im [wiki:Export] bzw. im globalen Markt kein Mindestlohn existiert, gelten für viele die Lohnsenkungen auch nur als zeitlich begrenzt wirksam.
Einige Reformer vertreten die These, dass ein wesentlicher struktureller Grund für die Massenarbeitslosigkeit im technischen Fortschritt liege, der den Bedarf nach lebendiger menschlicher Arbeitskraft drastisch gesenkt habe und weiter senken werde. Die Zeiten, in denen die Zahl der bei einem Konjunkturaufschwung neugeschaffenen Arbeitsplätze größer war als die Zahl der zuvor durch Rationalisierungen vernichteten Arbeitsplätze (oder zumindest gleich groß), sei seit Mitte der siebziger Jahre bzw. seit dem Ende des klassischen Industriezeitalters, das von arbeitsintensiven Industrien geprägt war, endgültig vorbei. Naturwüchsig würde die Zahl der Arbeitsplätze seit dieser Zeit unter dem Strich sinken. Zugunsten dieser These lässt sich unter anderem der statistische Indikator anführen, dass das Arbeitsvolumen seit Mitte der 1970er Jahre, in denen die [wiki:Automatisierung] und die [wiki:Computertechnologie] große Fortschritte machten, trotz parallel deutlich steigender Wertschöpfung tatsächlich kontinuierlich gefallen ist. Ein Indiz ist auch das häufig zu beobachtende Phänomen, dass bei Bekanntgabe von Massenentlassungen durch das Management eines Unternehmens der Aktienwert dieses Unternehmens an der Börse sprunghaft steigt, was sich so deuten lässt, dass mit weniger menschlicher Arbeitskraft die Wertschöpfung als lukrativer erscheint. Insbesondere aber der Umstand, dass Erwerbsarbeit gesellschaftlich zunehmend als ein Selbstzweck behandelt wird, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die [wiki:Arbeitsgesellschaft] grundlegend in die Krise geraten ist und dass die Krise vor allem darin besteht, sich von Erwerbsarbeit als Normalmodell der gesellschaftlichen Existenz in der Moderne nicht verabschieden zu können. In der Tat wird der Erwerbsarbeit politisch auf verschiedene Weise unter die Arme gegriffen, etwa durch Absenkung der [wiki:Lohnnebenkosten], was auf eine Subventionierung der Erwerbsarbeit bzw. lebendiger menschlicher Arbeitskraft gegenüber Maschinenlösungen hinausläuft. In zahlreichen Branchen (auch im Dienstleistungssektor) schlummern zudem große [wiki:Rationalisierung], die von den Unternehmern deswegen nicht voll ausgeschöpft werden können, weil sie zugleich immer noch an die Rolle des Arbeitgebers gebunden seien. Sie müssen mit der Nutzung von Rationalisierungspotentialen defensiv warten, bis sie der Öffentlichkeit plausibel machen können, dass ohne Rationalisierungen die Unternehmensexistenz auf dem Spiel steht.
Seit den Migrationsbewegungen der 1990er Jahre in Europa, wird auch der Anteil der Migranten an der hohen Arbeitslosigkeit diskutiert. Ausländer/innen gehören auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu den unterprivilegierten Gruppen: Sie sind überproportional in Tätigkeiten beschäftigt, die nur geringe Qualifikationenerfordern und schlecht bezahlt sind. Ihre Arbeitslosenzahl ist im Vergleich mit Einheimischen überproportional hoch (Ende 2002: 19,1 % zu 10,8 %), das gleiche gilt für die Zahl der ausländischen [wiki:Sozialhilfe] (Ende 2002: 8,6 % zu 2,9 %).Aufgrund größerer struktureller Probleme bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt (u. a. Fehlen von formalen Bildungsabschlüssen) sind ausländische Staatsangehörige in besonderem Maße von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Die Langzeitarbeitslosigkeit (1 Jahr und länger) nahm bei dieser Gruppe innerhalb eines Jahres um knapp 7% zu. Viele arbeitslose Ausländer/innen sind u. a. wegen Sprachschwierigkeiten, mangelnder beruflicher Qualifikation oder Krankheit schwer vermittelbar.(Quelle: Katholische Arbeitsgemeinschaft Migration; [url:http://www.kam-info-migration.de/pages/nl0310/kaminfo_nl0310_1.pdf|http://www.kam-info-migration.de/pages/nl0310/kaminfo_nl0310_1.pdf])
Bei den individuellen Folgen kommen mehrere Studien zu gleichen Ergebnissen. Zuerst tritt ein Schock ein, welchem eine Phase des Befreiungsgefühls weicht. Auf diese Phase aufbauend, kommt die Phase von starker Aktivität. So werden Bewerbungen geschrieben und Fortbildungen besucht. Stellt sich durch die starke Aktivität kein Erfolg ein, wird also kein neuer Arbeitsplatz gefunden, nimmt das Interesse an den Bemühungen ab und es breitet sich Hoffnungslosigkeit aus.
Da hierzulande der persönliche Erfolg und die soziale Anerkennung stark von der beruflichen Leistung abhängt, fehlt dem Arbeitslosen die Bestätigung von Außerhalb. Neben der Bestätigung fehlt es vor allem an einer Zeitstruktur.
Diese Faktoren führen zu einer individuellen Schuldzuweisung die heftige [wiki:Scham] zur Folge hat. So kann es zum Abbruch der meisten sozialen Kontakte kommen. Daraus resultiert das Gefühl der Einsamkeit, Betroffene können sich Alkohol, Drogen etc. zuwenden. Gerade bei Jugendlichen ist Arbeitslosigkeit bedenklich, da ihnen so ein Mittel zur [wiki:Identitätsentwicklung] fehlt.
Konjunkturelle Arbeitslosigkeit wird durch einen temporären Nachfragemangel während Rezessionen hervorgerufen. Um solche Situationen zu vermeiden, versuchte die Politik durch staatliche Ausgabenprogramme im Rahmen einer [wiki:Keynesianismus] antizyklischen Fiskalpolitik den Nachfrageausfall auszugleichen. Dieser Ansatz scheiterte in den siebziger Jahren aber u. a. daran, dass die Politiker nicht in der Lage waren, die Ausgabenprogramme zu beenden, wenn sich die konjunkturelle Lage wieder besserte. Lag das Grundproblem in der zu geringen Flexibilität des Arbeitsmarktes, so waren Ausgabenprogramme auch nicht ursachenadäquat. In den europäischen Ländern stieg letztlich durch die staatliche Ausgabenpolitik nur die Staatsverschuldung, ohne dass dies die Lage auf dem Arbeitsmarkt besserte. Etwas positiver sind die Erfahrungen in den USA, wo der Arbeitsmarkt insgesamt flexibler ist und deshalb Ausgabenprogramme stärkere Wirkung bei der Beschäftigung zeigen.
Zudem muss berücksichtigt werden, das der [wiki:Keynesianismus] in Situationen mit Nachfrageausfall, wie er etwa beim [wiki:Schwarzer Freitag] im Jahr [wiki:1929] auftrat, durchaus seine Berechtigung hat. Ist jedoch eher die Angebotsseite für die Arbeitslosigkeit verantwortlich, wie bei zu hohen [wiki:Steuer] und [wiki:Arbeitsentgelt], so wäre die Ausweitung der staatlichen Nachfragen kontraproduktiv. Dieser Effekt ist seit den 1970er Jahren auch in Deutschland zu beobachten. Seither steigt die Arbeitslosigkeit stetig an.
Weiteren Aufschluss über die Ursachen von Arbeitslosigkeit gibt die [wiki:Beveridge-Kurve].
Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit müssen an deren Ursachen ansetzen. Soweit Löhne rigide sind, fand seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Idee große Verbreitung, dass eine höhere [wiki:Inflation] helfen könne, die Arbeitslosigkeit zu senken. Steigen die Löhne langsamer als die Inflationsrate, kommt es zwar weiter zu Nominallohnzuwächsen, aber zu einem Reallohnrückgang, womit die Lohnrigidität aufgelöst würde (sog. [wiki:Phillips-Kurve]). (Zitat von [wiki:Helmut Schmidt] Mitte der siebziger Jahre: "Lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit"). Allerdings bewährte sich eine solche Politik nicht, u. a. weil Löhne zum Teil auch real rigide sind, da die Gewerkschaften die Inflationsrate bei ihren Lohnforderungen berücksichtigen.
Lange Zeit versuchte man, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, indem man das Potenzial an Arbeitskräften (das sog. [wiki:Erwerbspersonenpotenzial]) verringerte, z. B. durch eine Verlängerung der Schulzeit (so geschehen in Deutschland in den siebziger Jahren), [wiki:Frühverrentung] und [wiki:Vorruhestand], sowie – z. B. in den Niederlanden – einer großzügigen Regelung bei der Invalidität. Auf Dauer erwiesen sich diese Maßnahmen aber als zu teuer, da Frührentner und Invaliden aus den Sozialkassen bezahlt werden, die sich aus Beiträgen der Arbeitnehmer finanzieren. Ein weiterer Ansatzpunkt war die Förderung der [wiki:Teilzeitbeschäftigung].
§3(4)SGBIII definiert die [wiki:Aktive Arbeitsmarktpolitik] als alle Leistungen der Arbeitsförderung mit Ausnahme von Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit, Teilarbeitslosengeld und Insolvenzgeld. Dazu gehören alle Maßnahmen, die die BA unternimmt, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen, wie z.B. Vermittlung, Weiterbildungsmaßnahmen (FbW), Trainingsmaßnahmen (TM) und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM). Dadurch soll insbesondere durch eine höhere oder stärker nachgefragte Qualifikation die Arbeitslosigkeit verringert werden.
Nachdem in den 1970er Jahren und insbesondere nach der Wiedervereinigung die Aktive Arbeitsmarktpolitik stetig ausgeweitet wird, ist ihr Erfolg mittlerweile umstritten. Sie wurde daher zuletzt deutlich reduziert.Der Grundgedanke der aktiven Arbeitsmarktpolitik wird allerdings im Rahmen der [wiki:Hartz IV]-Neuregelungen im Grunde genommen ähnlich weiter geführt (z. B. so genannte Ein-Euro-Jobs, "Fördern und Fordern" usw.).
Derzeit diskutierte Rezepte zum Abbau von [wiki:Rigidität] sind:
Hinter dem Gedanken dieser Lohn-Rigiditäten steht die Vorstellung, dass vorhandene Arbeitsplätze nicht besetzt würden und dass es prinzipiell Bedarf an Arbeitsplätzen gibt, die auf Grund der Rigiditäten aber nicht eingerichtet würden.
Ansatzpunkte zur Bekämpfung bietet der [wiki:Weitzman-Plan].
Inzwischen wurden Elemente des Hartz-Konzeptes in der Fachwelt teilweise in Frage gestellt, so durch den [wiki:Wirtschaftsweise] [wiki:Bert Rürup], der eine Konkurrenz der Minijobs zu herkömmlichen Arbeitsplätzen feststellt.
Seit einigen Jahren werden in Deutschland gesetzliche Vorschriften geändert, so dass Arbeitslose stärker in die Pflicht genommen werden, sich eine Arbeit zu suchen. Dies soll aus zwei Gründen geschehen. Zum einen melden sich auch Personen arbeitslos, die aus unterschiedlichen Gründen keine Arbeit suchen, sondern lediglich daran interessiert sind, Arbeitslosenunterstützung zu erhalten, so lange sie ihnen zusteht.
Zum anderen verlieren Arbeitslose mit der Dauer der Erwerbslosigkeit berufliche und soziale [wiki:Qualifikation], die ihre Vermittlungsfähigkeit beeinträchtigen, selbst wenn zu einem späteren Zeitpunkt Arbeitskräfte gesucht werden. Daher sollen Arbeitslose möglichst rasch wieder in eine neue Arbeit vermittelt werden. In Deutschland müssen sich inzwischen Personen bereits bei der Arbeitsagentur melden, wenn bekannt wird, dass sie ihre Arbeitsstelle verlieren, und nicht erst, wenn sie arbeitslos sind.
Aufgrund der hohen Gesamtarbeitslosigkeit war diese Strategie bisher aber nur begrenzt erfolgreich, da zum einen insbesondere wenig motivierte Arbeitssuchende kaum vermittelbar seien und andererseits Verdrängungseffekte zu beobachten sind. Vermittlungen in den zweiten Arbeitsmarkt führen zu Entlassungen im ersten.
Ausländer sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Mit der Verkürzung der Bezugsdauer des [wiki:Arbeitslosengeld] werden die Möglichkeiten der Aufenthaltsverfestigung, Familienzusammenführung und [wiki:Einbürgerung] beschränkt. Diese sind davon abhängig, dass der Ausländer/die Ausländerin ihren Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten können (§ 7 Abs. 2 Nr. 2, § 13, § 17 Abs. 2, § 24, § 27 Abs. 2, § 85 Abs. 1 Nr. 3 AuslG).Entsprechend § 46 Nr. 6 AuslG kann ausgewiesen werden, wer „für sich, seine Familienangehörigen, ..., [wiki:Sozialhilfe] in Anspruch nimmt oder in Anspruch nehmen muss.“
Die Politik des Fordern und Förderns ist jedoch stark umstritten. So wird angeführt, die mit Langzeitarbeitslosigkeit verbundenen Probleme des Qualifikationsverfalls hingen mit der Negativität des Zustands der Arbeitslosigkeit als solchem zusammen. Der Arbeitslose ist auf den Arbeitsmarkt verpflichtet und steht diesbezüglich im Wartestand. Die Arbeitslosigkeit als reiner Negativität muss darüber hinaus zunehmend sein Selbstwertgefühl vermindern. Würde die Arbeitslosenexistenz durch Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens positiviert, dann bedeutete dies für den Arbeitslosen eine Freisetzung von der Bindung an den Arbeitsmarkt. Er wäre in seiner Autonomie gefordert, sich zu überlegen, ob er eine echte Chance auf Wiederbeschäftigung hat oder sich lieber außerhalb der Erwerbsarbeit sinnvoll betätigt. Das ist ihm gegenwärtig verwährt. Er muss sich im schlimmsten Fall auf eine zermürbende, endlos und sinnlos scheinende Arbeitssuche machen. Diese Arbeitssuche wird von ihm gegenwärtig immer schärfer eingefordert, obwohl der große Mangel an Arbeitsplätzen offensichtlich ist und die Aussicht auf eine Wiederkehr von Vollbeschäftigung äußerst vage bleibt, so die Kritik.
Insbesondere von Gewerkschaftseite und [wiki:Keynesianismus] wird die Kritik geäußert, dass durch einen zu hohen Druck auf Arbeitslose, zu jedem Lohn eine Arbeit annehmen zu müssen, eine Abwärtsspirale bei den Löhnen einsetzt. Diese kann zu [wiki:Deflation] und zu einem Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage führen (vgl. [wiki:Keynesianismus]).
Nach [wiki:Marxismus] Auffassung ist gesellschaftliche Arbeitslosigkeit für den [wiki:Kapitalismus] notwendig und stellt eines seiner notwendigen Begleiterscheinungen dar. Die Arbeitslosen bilden demnach ein Druckmittel für die Kapitalisten,indem sie zur Konkurrenz für die arbeitende Bevölkerung werden. Sie bilden die "industrielle Reservearmee" ([wiki:Karl Marx], [wiki:MEW] 23, 664) auf die die Klasse der [wiki:Kapitalist] jederzeit zugreifen kann.
Die Konkurrenz der Kapitalisten untereinander zwingt den individuellen Arbeitgeber, seine Produktivität zu steigern. Maschinen, technologischer Fortschritt und [wiki:Rationalisierung] im Arbeitssektor ermöglichen ihm das. Die Folge ist Erhöhung der Arbeitslosigkeit.
Im Kapitalismus ist auch eine "Arbeiter-Überbevölkerung" (K. Marx), eine Überschussbevölkerung (die Arbeitslosen), systemimmanent, denn der Widerspruch im Kapitalismus, dass der Kapitalist möglichst viele Arbeiter braucht, um möglichst viel zu produzieren (also einen ständigen Zugriff auf Arbeitskräfte haben muss) und zugleich möglichst wenig Arbeiter einstellen muss, um möglichst billig zu produzieren, macht dies notwendig: "Es liegt in der Natur des Kapitals, einen Teil der Arbeiterbevölkerung zu überarbeiten und einen anderen zu verarmen." (K. Marx, Theorien über den Mehrwert, MEW 26.3, 300)
Auch in der DDR gab es Arbeitslosigkeit - wenn auch in verdeckter Form. Schon im Frühjahr 1990 - vor der Wiedervereinigung - befaßte sich das renommierte Münchner IFO-Institut für Wirtschaftsforschung mit der verdeckten Arbeitslosigkeit in der DDR. Schon damals gingen die Wirtschaftsforscher von einer verdeckten Arbeitslosigkeit in der DDR von 15-30% aus! Im einzelnen heißt es in dieser Studie:"Geht man in der DDR von bisherigen Produktions- und Absatzbedingungen aus, so wird die verdeckte Arbeitslosigkeit auf 15% der Gesamtbeschäftigung, das sind 1,4 Mill. Beschäftigte, geschätzt. Weitere Fakten belegen dies: tägliche Stillstandszeiten der Produktion im Durchschnitt 18-25%, Arbeitszeitausfall von 11%, Ausfallzeiten bei Materiallieferungen in Höhe von 13%. Eine andere Ursache liegt in dem auf 2-15% der Gesamtbevölkerung geschätzten personellen Aufwand für soziale und politische Aufgaben. Unter neuen Produktions- und Absatzbedingungen wird eine Schätzung der erwarteten Beschäftigungsentwicklung bis zum Jahresende 1991 vorgenommen. Im Einzelnen: Das geschätzte Potential an verdeckter Arbeitslosigkeit von 15-30% wird zu offener Arbeitslosigkeit übergehen. Es wird mit einem Jahresdurchschnitt 1991 von 1,5 Mill. gerechnet. Abbau von Arbeitsplätzen und Entstehung neuer Arbeitsplätze sollten nicht durch Arbeitskämpfe gefährdet werden und von sozialen Absicherungsmaßnahmen begleitet sein. Es bedarf erheblicher Anstrengungen seitens staalicher Wirtschaftspolitik,westlicher Unternehmen und der Bevölkerung der DDR. Die Studie befaßt sich mit der verdeckten Arbeitslosigkeit in der DDR und gliedert sich in drei Abschnitte: Darstellung der Arbeitsmarktlage in der DDR im Frühjahr 1990; Schätzung der verdeckten Arbeitslosigkeit; Gesamtwertung. Die Zahl der Arbeitsuchenden erhöhte sich von Januar bis April 1990 von 64.000 auf 120.000 und die Zahl der Arbeitslosen von 9.000 auf 95.000 im Mai 1990. Im gleichen Zeitraum gingen die Zahl der offenen Stellen von 160.000 auf 54.000 zurück. Verglichen mit der Arbeitslosigkeit in westlichen Industrieländern ist das DDR-Niveau (Mai 1,1 %) noch sehr gering, aber die Zahlen machen deutlich, daß ein weiterer Anstieg zu erwarten ist. Unter bisherigen Produktions- und Absatzbedingungen ergibt sich ein Potential an verdeckter Arbeitslosigkeit in Höhe von 15% der Gesamtbeschäftigten. Vergleichsuntersuchungen liegen nicht vor, aber in jüngster Zeit wurden Informationen veröffentlicht, daß die täglichen Stillstandzeiten der Produktion für 53% der Beschäftigten bis zu drei Stunden täglich betrug und daß die jährliche Sollarbeitszeit 1988 mit 2.005 Stunden angegeben wird, die effektive Arbeitszeit aber nur bei 1.789 Stunden lag; das bedeutet einen Ausfall von 11% (in der Bundesrepublik 5%), der zu drei Viertel durch krankheitsbedingte Fehlzeiten verursacht wurde. Je nach Definition ergibt sich ein Potential an verdeckter Arbeitslosigkeit unter neuen Produktions- und Absatzbedingungen bei den befragten Unternehmen in Höhe von 15-30% der Beschäftigten. Die Studie kommt in der Gesamtwertung zu dem Ergebnis, daß die verdeckte Arbeitslosigkeit zwar nicht im gleichem Umfang zur offenen Arbeitslosigkeit führen wird, dennoch wird die offene Arbeitslosigkeit in den nächsten Jahren erheblich ansteigen."
Da Arbeitslosigkeit sehr facettenreich ist, bereitet die statistische Erfassung relativ große Probleme, insbesondere sind Angaben aus verschiedenen Ländern nicht ohne weiteres vergleichbar. Beispielsweise ist strittig, ob Schüler, die nach Schulabschluss auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz warten, als arbeitslos zählen oder nicht. In Deutschland werden sie, soweit sie sich nur arbeitslos melden, um den Eltern [wiki:Kindergeld] zu sichern, seit 2003 nicht mehr in der Arbeitslosenquote berücksichtigt. Um eine Standardisierung der Definitionen bemüht sich die [wiki:Internationale Arbeitsorganisation]. In Deutschland wird Arbeitslosigkeit im internationalen Vergleich recht weit abgegrenzt. Die nach deutscher Definition berechnete Arbeitslosenquote ist stets größer als die nach der internationalen Abgrenzung.
Diskrepanzen gibt es auch, was die Berechnung der Arbeitslosenquote angeht. In Deutschland ist eine Quote noch verbreitet, bei der die Zahl der Arbeitslosen zur Zahl der abhängigen zivilen Erwerbstätigen in Relation gesetzt wird, was eine unechte Quote darstellt. International gebräuchlich ist die Relation aus Arbeitslosen zu Erwerbspersonen (=Arbeitnehmer + Selbständige + Arbeitslose). Letzteres stellt eine echte Quote dar und liefert stets etwas niedrigere Werte.
Was die Erfassungsmethode angeht, so gibt es grundsätzlich zwei Konzepte. Nach dem ersten wird die Meldung bei der Arbeitsverwaltung zur Grundlage der Zählung gemacht. Dieses Verfahren findet in Deutschland die größte Beachtung. Nach dem zweiten wird die Zahl der Arbeitslosen in einer Umfrage erhoben, ein Verfahren, das z. B. die [wiki:USA] anwenden:
Seit März 2005 veröffentlicht das [url:http://www.destatis.de|Statistische Bundesamt] monatlich eine in einer Telefonumfrage erhobene Erwerbslosenzahl. Im Gegensatz zu den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden hier auch nicht gemeldete Arbeitssuchende erfasst. Deshalb liegt die Erwerbslosenzahl für Jüngere, die oft keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, meist höher als die entsprechende Arbeitslosenzahl. Andererseits gilt bereits der als erwerbstätig, der mindestens eine Stunde in der Woche arbeitet, während Personen auch dann noch als arbeitslos gelten können, wenn sie bis zu 15 Stunden pro Woche arbeiten. Andererseits fallen in der Umfrage Erwerbslose aus der Erfassung, die zwar Leistungen beziehen, aber kein Interesse an einer Arbeitsaufnahme angeben. Vor allem aufgrund der restriktiven Definition (mindestens eine Stunde Arbeit pro Woche) liegt die Erwerbslosenzahl meist deutlich niedriger als die Arbeitslosenzahl.
Beide Zahlen unterscheiden zwischen der saisonbereinigten und der nicht saisonbereinigten Arbeitslosenzahl. Bei der saisonbereinigten Zahl wird versucht, jahreszeitliche Einflüsse wie die Winterarbeitslosigkeit/Saisonarbeitslosigkeit herauszurechnen. Daher liegt die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im Winter niedriger, im Sommer höher als die aktuelle Zahl. Die Berichterstattung in den Medien konzentriert sich vor allem auf die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl beziehungsweise -quote.
Die aktuellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit finden sich als Graphik dargestellt beim statistischen Bundesamt unter [url:http://www.destatis.de/indicators/d/gkarb820.htm|[1]]
| [wiki:Bundesland (Deutschland)] | Arbeitslose Mai 2005 |
Arbeitslosenquote Mai 2005 |
|---|---|---|
| [wiki:Mecklenburg-Vorpommern] | 183.961 | 20,6 % |
| [wiki:Sachsen-Anhalt] | 263.853 | 20,4 % |
| [wiki:Brandenburg] | 246.252 | 20,0 % |
| [wiki:Berlin] | 324.990 | 19,2 % |
| [wiki:Freistaat Sachsen] | 407.816 | 18,4 % |
| [wiki:Thüringen] | 209.737 | 17,0 % |
| [wiki:Bremen] | 53.976 | 16,9 % |
| [wiki:Nordrhein-Westfalen] | 1.040.349 | 11,8 % |
| [wiki:Hamburg] | 101.794 | 11,7 % |
| [wiki:Schleswig-Holstein] | 159.206 | 11,4 % |
| [wiki:Niedersachsen] | 436.298 | 11,1 % |
| [wiki:Saarland] | 55.198 | 11,0 % |
| [wiki:Rheinland-Pfalz] | 178.173 | 8,8 % |
| [wiki:Hessen] | 268.529 | 8,7 % |
| [wiki:Bayern] | 493.508 | 7,6 % |
| [wiki:Baden-Württemberg] | 382.949 | 7,3 % |
| [wiki:Ostdeutschland] | 1.663.609 | 18,9 % |
| [wiki:Westdeutschland] | 3.169.980 | 9,7 % |
| [wiki:Deutschland] | 4.806.589 | 11,6 % |
Quelle: [url:http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf|Bundesagentur für Arbeit Nürnberg]Die Einfärbung der Tabelle erfolgt in 4-Prozent-Schritten.
| [wiki:Bundesland (Österreich)] | Arbeitslose Juni 2005 |
Arbeitslosenquote Juni 2005 |
|---|---|---|
| [wiki:Burgenland] | 6.100 | ? % |
| [wiki:Kärnten] | 11.535 | ? % |
| [wiki:Niederösterreich] | 34.887 | ? % |
| [wiki:Oberösterreich] | 21.952 | ? % |
| [wiki:Salzburg] | 9.392 | ? % |
| [wiki:Steiermark] | 27.873 | ? % |
| [wiki:Tirol] | 13.948 | ? % |
| [wiki:Vorarlberg] | 9.080 | ? % |
| [wiki:Wien] | 76.543 | ? % |
| [wiki:Österreich] | 211.310 | ? % |
Quelle: [url:http://212.31.81.83/cognos/cgi-bin/ppdscgi.exe?DC=R&E=%2Famb%2Famb_reports%2Falq&DM=Region&FC=N%090%09507&ZZ=X|Arbeitsmarktservice Österreich]
| 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1999 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | |
| Total | 0,5 | 1,1 | 2,5 | 4,5 | 4,7 | 4,2 | 4,7 | 5,2 | 3,9 | 2,7 | 1,8 | 1,7 | 2,5 | 3,7 | 3,9 |
| [wiki:Kanton Zürich] | 0,3 | 0,7 | 2,1 | 4,1 | 4,5 | 4,0 | 5,2 | 4,2 | 2,9 | 1,8 | 1,7 | 3,0 | 4,5 | 4,5 | |
| [wiki:Kanton Bern] | 0,3 | 0,6 | 2,0 | 3,9 | 4,1 | 3,5 | 3,9 | 4,4 | 2,9 | 1,9 | 1,3 | 1,2 | 1,8 | 2,8 | 2,9 |
| [wiki:Kanton Luzern] | 0,3 | 0,7 | 1,9 | 3,6 | 3,6 | 3,2 | 4,0 | 4,3 | 2,9 | 1,9 | 1,3 | 1,2 | 2,0 | 3,1 | 3,2 |
| [wiki:Kanton Uri] | 0,0 | 0,2 | 0,8 | 1,6 | 1,6 | 1,6 | 2,3 | 2,4 | 1,5 | 1,0 | 0,5 | 0,4 | 0,7 | 1,1 | 1,2 |
| [wiki:Kanton Schwyz] | 0,1 | 0,4 | 1,2 | 2,4 | 2,3 | 2,0 | 2,9 | 2,8 | 2,1 | 1,5 | 0,7 | 0,6 | 1,2 | 2,1 | 2,3 |
| [wiki:Kanton Obwalden] | 0,1 | 0,3 | 0,8 | 2,0 | 2,0 | 1,7 | 2,1 | 2,3 | 1,4 | 0,6 | 0,4 | 0,5 | 1,0 | 1,6 | 1,7 |
| [wiki:Kanton Nidwalden] | 0,2 | 0,4 | 1,8 | 3,1 | 2,7 | 2,1 | 2,5 | 2,6 | 1,5 | 0,6 | 0,4 | 0,6 | 1,1 | 1,9 | 1,9 |
| [wiki:Kanton Glarus] | 0,1 | 0,4 | 1,3 | 2,3 | 2,0 | 2,0 | 3,3 | 2,9 | 2,0 | 1,5 | 0,9 | 0,7 | 1,6 | 2,3 | 2,4 |
| [wiki:Kanton Zug] | 0,3 | 0,7 | 2,0 | 3,8 | 3,5 | 2,8 | 3,4 | 3,9 | 3,1 | 2,3 | 1,1 | 1,4 | 2,7 | 3,6 | 3,4 |
| [wiki:Kanton Freiburg] | 0,5 | 1,1 | 2,6 | 5,0 | 5,9 | 5,2 | 4,8 | 4,7 | 3,7 | 2,5 | 1,5 | 1,3 | 1,8 | 2,7 | 2,9 |
| [wiki:Kanton Solothurn] | 0,2 | 0,7 | 2,5 | 4,6 | 4,4 | 3,5 | 4,6 | 6,0 | 3,7 | 2,5 | 1,6 | 1,4 | 2,3 | 3,3 | 3,6 |
| [wiki:Kanton Basel-Stadt] | 1,2 | 1,9 | 3,6 | 5,5 | 5,7 | 4,9 | 4,7 | 4,9 | 3,7 | 2,5 | 2,1 | 2,2 | 3,0 | 4,3 | 4,6 |
| [wiki:Basel-Landschaft] | 0,7 | 1,0 | 2 | 3,4 | 3,6 | 3,0 | 3,4 | 3,7 | 2,6 | 1,8 | 1,4 | 1,4 | 1,9 | 2,9 | 3,4 |
| [wiki:Kanton Schaffhausen] | 0,6 | 1,3 | 2,5 | 4,3 | 4,2 | 3,8 | 4,5 | 5,3 | 4,1 | 2,8 | 1,7 | 1,6 | 2,3 | 3,1 | 3,4 |
| [wiki:Kanton Appenzell Ausserrhoden] | 0,2 | 0,5 | 1,5 | 2,8 | 2,6 | 1,9 | 2,3 | 2,5 | 1,4 | 0,9 | 0,8 | 0,9 | 1,6 | 2,1 | 2,3 |
| [wiki:Kanton Appenzell Innerrhoden] | 0,0 | 0,3 | 0,9 | 1,6 | 1,2 | 0,8 | 1,5 | 1,9 | 0,8 | 0,5 | 0,3 | 0,3 | 0,8 | 1,4 | 1,6 |
| [wiki:Kanton St. Gallen] | 0,3 | 0,8 | 2,0 | 3,4 | 3,3 | 2,8 | 3,5 | 4,0 | 2,8 | 2,2 | 1,4 | 1,3 | 2,1 | 3,0 | 3,1 |
| [wiki:Kanton Graubünden] | 0,3 | 0,4 | 0,9 | 1,8 | 1,9 | 2,0 | 2,6 | 3,2 | 2,5 | 1,6 | 1,0 | 1,0 | 1,4 | 2,0 | 2,1 |
| [wiki:Kanton Aargau] | 0,2 | 0,5 | 1,6 | 3,4 | 3,3 | 2,9 | 3,8 | 4,7 | 3,0 | 2,1 | 1,4 | 1,2 | 2,1 | 3,3 | 3,4 |
| [wiki:Kanton Thurgau] | 0,2 | 0,5 | 1,5 | 2,9 | 3,0 | 2,6 | 3,5 | 4,3 | 3,2 | 2,0 | 1,2 | 1,2 | 2,0 | 2,9 | 3,1 |
| [wiki:Tessin] | 1,5 | 2,4 | 4,4 | 6,3 | 6,5 | 6,7 | 7,6 | 7,8 | 6,3 | 4,4 | 3,1 | 2,6 | 3,5 | 4,2 | 4,5 |
| [wiki:Kanton Waadt] | 0,7 | 1,8 | 4,0 | 6,9 | 7,5 | 7,0 | 7,3 | 7,2 | 5,6 | 4,1 | 2,9 | 2,7 | 3,3 | 4,6 | 5,4 |
| [wiki:Kanton Wallis] | 0,9 | 1,7 | 3,6 | 6,5 | 7,4 | 7,0 | 6,7 | 6,9 | 4,7 | 3,5 | 2,2 | 2,1 | 2,6 | 3,4 | 3,8 |
| [wiki:Kanton Neuenburg] | 1,1 | 2,4 | 4,6 | 6,3 | 6,5 | 5,8 | 5,5 | 6,3 | 5,3 | 3,9 | 2,3 | 2,1 | 3,3 | 4,4 | 4,5 |
| [wiki:Kanton Genf] | 1,2 | 2,7 | 4,7 | 7,2 | 7,6 | 6,9 | 6,8 | 7,8 | 6,1 | 5,1 | 4,1 | 4,0 | 5,1 | 6,5 | 7,1 |
| [wiki:Kanton Jura] | 0,7 | 1,9 | 3,6 | 5,9 | 6,4 | 5,4 | 6,2 | 6,6 | 3,9 | 2,8 | 1,9 | 2,0 | 3,6 | 4,8 | 4,6 |
Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft ([url:http://www.seco-admin.ch|http://www.seco-admin.ch])
Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ([url:http://www.bpb.de/files/HWT5K4.pdf|Quelle]) beendeten 2004 8,18 Millionen Menschen ein Arbeitsverhältnis, während 8,03 Millionen eines aufnahmen.
Nicht nur der Einzelne ist zur Deckung seiner Lebensverhältnisse auf Arbeit angewiesen, auch die [wiki:Gesellschaft], die durch die feingliedrige Arbeitsteilung ihren [wiki:Kulturell] Stand erhalten und verbessern kann, braucht den Beitrag der Arbeit aller seiner Mitglieder.
Die [wiki:Organisation] der Arbeit prägt die gesamten Lebensverhältnisse der Gesellschaft. Nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung verfügt über ausreichende Mittel, seinen eigenen Lebensunterhalt dauerhaft zu sichern. Aus diesem Grund ist für die meisten Menschen ein Leben ohne Arbeit nicht zu realisieren, denn die Sicherung der eigenen [wiki:Existenz] und ggf. auch die der [wiki:Unterhalt] [wiki:Angehörige] setzt Erwerbsarbeit voraus.
In der deutschen [wiki:Philosophie] ([wiki:Hegel], [wiki:Immanuel Kant], [wiki:Johann Gottfried von Herder], [wiki:Johann Gottlieb Fichte]) wurde [wiki:Arbeit (Philosophie)] zur Existenzbedingung und [wiki:Sittlich] [wiki:Pflicht] erklärt."Arbeite um zu leben" oder "Lebe um zu arbeiten" In neuerer Zeit dann oftmals auch mit etwas mehr Klassenbewusstsein.
Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah’n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich.
[wiki:Bertolt Brecht]
Siehe auch:[wiki:Jugendarbeitslosigkeit], [wiki:Arbeitsmarkt], [wiki:Arbeitsmarktsteuerung], [wiki:Sozialrecht], [wiki:Hartz-Konzept], [wiki:Agenda 2010], [wiki:Armut], [wiki:Arbeitslosengeld], [wiki:Arbeitslosenhilfe], [wiki:New Work], [wiki:Minijob]; [wiki:Midijob], [wiki:Arbeitsmarktservice], [wiki:Hysterese], [wiki:Automatisierung][wiki:Vorlage:Deutschlandlastig]
[wiki:Vorlage:Wiktionary1]
[wiki:En:Unemployment][wiki:Eo:Senlaboreco][wiki:Et:Tööpuudus][wiki:Fi:Työttömyys][wiki:Fr:Chômage][wiki:He:אבטלה][wiki:Ja:失業][wiki:Nb:Arbeidsledighet][wiki:Nl:Werkloosheid][wiki:Pl:Bezrobocie][wiki:Tr:İşsizlik][wiki:Zh:失業]
